Reuters-Umfrage: Werbung auf Facebook verleitet nicht zum Kauf

 

Der Ruf, den Werbung auf Facebook hat, bekommt Kratzer: Erst kündigte der Autobauer General Motors an, keine Werbung mehr auf der Plattform zu schalten, weil die bezahlten Anzeigen zu ineffizient seien. Nun hat eine Umfrage von Reuters/Ipsos ergeben, dass bei vier von fünf Nutzern Werbung oder Kommentare auf Facebook nicht zum Kauf geführt hätten.

Der Ruf, den Werbung auf Facebook hat, bekommt Kratzer: Erst kündigte der Autobauer General Motors an, keine Werbung mehr auf der Plattform zu schalten, weil die bezahlten Anzeigen zu ineffizient seien (kress.de vom 16. Mai 2012). Nun hat eine Umfrage von Reuters/Ipsos unter 1.032 US-Bürgern ergeben, dass bei vier von fünf Nutzern Werbung oder Kommentare auf Facebook nicht zum Kauf geführt hätten.

Ebenfalls unvorteilhaft: 34% der Befragten gaben an, weniger Zeit auf Facebook zu verbringen, als noch vor sechs Monaten. 20% sagten, sie verbrächten jetzt mehr Zeit auf der Seite.

Hohe Bewertung - wenig Umsatz

Diese Ergebnisse sind Wasser auf die Mühlen derer, die die Facebook-Aktie für überbewertet halten. Mit einem Ausgabepreis von 38 US-Dollar und einer daraus resultierenden Bewertung von 104 Mrd Dollar ging das Unternehmen am 18. Mai an die Börse. Seitdem musste das Papier mächtig Federn lassen. Den gestrigen Handel beendete die Aktie mit 26,90 Dollar. Damit wird Facebook an der Börse mit "nur" noch 73,75 Mrd Dollar bewertet ("Wall Street Journal").

Facebook hat weltweit über 900 Mio Mitglieder, die Geschäftszahlen fallen im Vergleich mit anderen Börsengiganten eher bescheiden aus: Im vergangenen Jahr machte das soziale Netzwerk 3,7 Mrd Dollar Umsatz und eine Mrd Dollar Gewinn. Das meiste Geld wird mit Werbung verdient. Zum Vergleich: Google, an der Börse mit 189,29 Mrd Dollar bewertet, setzte vergangenes Jahr rund 37 Mrd Dollar um (Gewinn: 9,74 Mrd Dollar).

Und sie funktioniert doch!

Doch Werbung auf Facebook funktioniert - behauptet Facebook. Als Beweis liefert das Netzwerk eine Studie, die es gemeinsam mit Nutella (Ferrero) und den Marktforschern der GfK erstellte. Untersucht wurde eine Weihnachtskampagne des Brotaufstrichs in Deutschland. 15% der auf die Kampagne zurückzuführenden Absatzsteigerung hätten Facebook zugeschrieben werden können, so eines der Ergebnisse. "Neben einer erwiesenen Erhöhung der Netto-Reichweite und einem positiven cross-medialen Effekt zwischen TV und Facebook haben wir gezeigt, dass Facebook den Umsatz von FMCG im stationären Handel steigert", zieht Angela Kim, Senior Media Manager/New Media, Ferrero, als Fazit.

Ein externes Werbenetzwerk als Lösung?

Facebook-Werbung, wie die im Fall der Nutella-Kampagne, wird momentan nur innerhalb des Netzwerks angezeigt. Dass das nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann, hat Facebook nun erkannt - und arbeitet an einem Werbenetzwerk, das Werbung auch auf externen Seiten platzieren soll. Konkretes verrät das Unternehmen nicht, nur dass man sich solche Werbung vorbehalte (kress.de vom 3. Juni 2012).

Ihre Kommentare
Kopf

V.Reitz

05.06.2012
!

Hallo,
General Motors hat sich schon von anderen Partnern getrennt und liegt immer noch am Boden, wenn man nur genau hinschaut.
Mit dem Wort „OPEL“ ist alles dazu gesagt.
Man müsste glauben das General Motors spart, aber ich glaube am falschem ENDE
Ich finde dass es für Facebook kein Verlust ist, der besonderen Marke.


Reinhardt Herzog

05.06.2012
!

Hallo,
es mag zwar richtig sein, dass GM nicht unbedingt ein Gradmesser für Online-Werbe-Frequenz ist, trotzdem wird es Facebook hart treffen, wenn Werbeeinnahmen in zweistelliger Millionenhöhe plötzlich ausbleiben. Da muß sich Mark Zuckerberg über kurz oder lang schon etwas einfallen lassen, um seine Popularität bei seinen angeblich 900 Mio. Nutzern wieder zu erhöhen. Facbook ist m.E. derzeit auf einem stark absteigenden Ast.


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