Langjährige "Spiegel"-Redakteurin hat den Vorsitz: Journalistinnen gründen ProQuote-Medien-Verein

10.06.2012
 

58 Journalistinnen aus dem gesamten Bundesgebiet haben am Wochenende in Hamburg den Verein "ProQuote Medien" gegründet. Bei Print-, Online-, Fernsehen- und Hörfunkredaktionen sollen so mehr Frauen in Führungspositionen gebracht werden.

58 Journalistinnen aus dem gesamten Bundesgebiet haben am Wochenende in Hamburg den Verein "ProQuote Medien" gegründet. Bei Print-, Online-, Fernsehen- und Hörfunkredaktionen sollen so mehr Frauen in Führungspositionen gebracht werden.

In den Vorstand sind neun Journalistinnen gewählt worden: "Spiegel"-Redakteurin Annette Bruhns (Vorsitzende), 45, Dagmar Engel, 52, Chefredakteurin Deutsche Welle, Lisa Ortgies, 46, Moderatorin von FrauTV, Sabine Kartte, 53, Textchefin und geschäftsführende Redakteurin beim "stern", Helene Endres, 35, Redakteurin beim "manager magazin", Katrin Müller-Walde, 48, ZDF-Moderatorin, Kathrin Buchner, 40, Online-Teamleiterin bei "on3", das Jugendprogramm des Bayerischen Rundfunks, Sylvia Nagel, 49, Regisseurin und Producerin aus Berlin, und Judith Scholter, 31, freie Journalistin ("Die Zeit") in Hamburg.

"Wir sind der effizienteste Verein der Republik", sagte die Vereinsvorsitzende Annette Bruhns, "weil wir uns schon in fünf Jahren obsolet machen." Dann werde das Ziel von ProQuote erreicht sein: mindestens 30% Frauen in Führungspositionen in Deutschlands Redaktionen - bis hinauf in die Chefredaktionen und Intendantenebene. Dafür will der Verein etwa eine Datenbank aufbauen mit kompetenten Journalistinnen, die jederzeit bereit sind, auf frei werdende Führungsposten zu wechseln.

"Wir brauchen eine Headhunter Datei"

"Wir brauchen eine Headhunter-Datei", fordert Sabine Kartte, stellvertretende Vereinsvorsitzende, "damit kein Chef mehr behaupten kann: Wir würden ja gern die Stelle mit einer Frau besetzen, aber wir finden keine."

Derzeit seien nur zwei Prozent aller Chefredakteure der rund 360 deutschen Tages- und Wochenzeitungen Frauen. "Dabei ist weit mehr als die Hälfte aller Berufseinsteiger inzwischen weiblich", so Judith Scholter, Schatzmeisterin des Vereins. Warum Journalistinnen trotz bester Qualifikation bisher so selten auf Führungsposten gelangen, will ProQuote wissenschaftlich untersuchen lassen. Fakt sei, dass ausgerechnet in den weltoffenen Medien exzellente und leistungsbereite Frauen unter der 'gläsernen Decke' hängen blieben.

Hintergrund: Mit dem Verein gibt sich eine bislang eher freie Bewegung eine feste Struktur. Ende Februar hatten etwa 350 Journalistinnen einen Brief mit der 30%-Frauenquote-Forderung an Chefredakteure, Intendanten und Verleger unterzeichnet (kress.de vom 27. Februar 2012).

Ihre Kommentare
Kopf

Jörg Braun

11.06.2012
!

Frauenquoten führen in den meisten Fällen unweigerlich zur Benachteiligung von männlichen Bewerbern wenn der Anteil weiblicher Bewerber geringer ist!
Ein solcher Umstand wir auch Sexismus genannt (Benachteiligung, Verunglimpfung usw wegen des Geschlechts).
In großen Unternehmen dürfte es kein Problem sein Benachteiligungen durch anonymisierete Bewerbungen zu vermeiden, was häufig schon geschieht.
Eine geschlechterbezogene Quote erübrigt sich dadurch.


Birgitt Jendrosch

Birgitt Jendrosch

Holistische Beratung Birgitt Jendrosch
Personal und Business Coach

11.06.2012
!

Herzlichen Glückwunsch zur Gründung und ganz viel Erfolg, dass das angestrebte Ziel in 5 Jahren erreicht sein wird!
Aus eigener Erfahrung weiß Ich wie (manchmal nur unbewusst) Frauen im Management ausgegrenzt werden. Und sei es drum, dass eine Frau nicht die Gelegenheit hat, Ihren Chef auf dem gewissen Örtchen zu treffen, um Gemeinsamkeiten zu erkennen.
@Herrn Braun, mir tun die Männer ja so leid, dass sie unter Umständen doch tatsächlich einmal benachteiligt werden könnten...


Sepp

11.06.2012
!

Nun, Frau Jendrosch Sie scheinen viel Freude daran zu haben Männer zu verunglimpfen und und entsprechende, herablassende Kommentare abzugeben. Das ist erfreulich, denn Sie zeigen uns allen zu was der feministische Genderwahn fähig ist. Karl Marx lässt grüßen! Zum Glück gibt es auch für Ihre Ideologie, wie auch für seine eine geschichtliche Mülltonne.


Jörg Braun

11.06.2012
!

Geehrte Frau Jendrosch,
Diskiminierung von Männern ist heutzutage weiter verbreitet als die von Frauen!
Was von den Medien leider meistens verschwiegen wird.
Schade, daß Sie nicht in der Lage waren auf meine Argumente eizugehen.
Wahrscheinlich ist sexistischer Hass dann doch eine stärkere Kraft als die Bereischaft zu rationalem Diskurs. Hoffentlich gelingt es der Gesellschaft, dem sexistischen Feminismus Weisheit und Liebe entgegenzusetzen bevor seine zerstörerische Kraft noch schlimmere Folg


Birgitt Jendrosch

Birgitt Jendrosch

Holistische Beratung Birgitt Jendrosch
Personal und Business Coach

12.06.2012
!

Upps, das wollte ich nicht, Männer verunglimpfen.
Ich würde lieber "leben und leben lassen".
Wenn man schon ein paar Jahre auf einer Männer dominierten Welt lebt, kann man das Gejammere bezüglich Quote und Feminismus nicht verstehen. Wenn Frauen (wie auch Ältere, ob Männlein oder Weiblein) nur durch anonymisierte Bewerbungen ähnliche Chancen bekommen, dann stimmt etwas mit der Weisheit und Liebe nicht. Interessant ist es, dass hier nur Männer antworten und das mit einer gewaltigen Stimmung.


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