Auch 2013 schreibt das Blatt rote Zahlen: DuMont denkt laut über Verkauf der "FR" nach

20.06.2012
 

Die "Frankfurter Rundschau" wird auch im kommenden Jahr rote Zahlen schreiben - trotz umfassender Sanierungsmaßnahmen. Ein unerwartet starker Rückgang beim Geschäft mit Stellenanzeigen habe die Zeitung hart getroffen, sagte Franz Sommerfeld, Vorstand des Mehrheitseigentümers M. DuMont Schauberg, im Gespräch mit der "FTD".

Die "Frankfurter Rundschau" wird auch im kommenden Jahr rote Zahlen schreiben - trotz umfassender Sanierungsmaßnahmen. Ein unerwartet starker Rückgang beim Geschäft mit Stellenanzeigen habe die Zeitung hart getroffen, sagte Franz Sommerfeld, Vorstand des Mehrheitseigentümers M. DuMont Schauberg, im Gespräch mit der "FTD". Sommerfeld hatte eigentlich mit der "FR" für 2013 den Sprung in die Gewinnzone geplant (kress.de vom 31. August 2011).

Einen Verkauf der Zeitung hält der Manager für grundsätzlich denkbar: Es bestehe derzeit kein Anlass für einen Ausstieg, aber: "Wenn wir einen hochinteressierten Käufer finden, der uns viel Geld dafür zahlen würde, würden wir das natürlich prüfen", so Sommerfeld gegenüber der "FTD".

Seit vergangenen April kommt der gesamte überregionale Mantelteil der Zeitung aus einer Gemeinschaftsredaktion in Berlin. Damit konnte DuMont die Kosten senken und den Auflagenrückgang verlangsamen. Doch die Verluste sind geblieben. Und zum Sparen sei nicht mehr viel Luft, wird Sommerfeld in der "FTD" zitiert. Deshalb würden gerade Möglichkeiten geschaffen, neue Umsätze zu erzielen.

Hintergrund: Der Kölner Verlag M. DuMont Schauberg gab Anfang Juni bekannt, dass Uwe Vorkötter seinen Posten als Chefredakteur von "Berliner Zeitung" und "Frankfurter Rundschau" aufgibt. Alleinige Chefredakteurin in Berlin ist vom 1. Juli an Brigitte Fehrle. Eine Nachfolgeregelung für Frankfurt wollen die Gesellschafter der "FR" - neben MDS auch die DDVG - in Kürze bekanntgeben.

MDS-Sprecher betont: "Keine Verkaufsabsichten"

Update: MDS-Sprecher Wolfgang Brüser stellte am Mittwochvormittag gegenüber der dapd klar, dass man die "Frankfurter Rundschau" nicht verkaufen wolle. Die Äußerung Sommerfelds sei nach seinen Worten nur theoretisch gemeint. Brüser betonte: "Wir haben keine Verkaufsabsichten, und es liegen auch keine Angebote vor." Er bekräftigte: "Wir setzen alles daran, die 'FR' in unserem Eigentum zum Erfolg zu führen."

Ihre Kommentare
Kopf

Sebastian Kraft

20.06.2012
!

Falls die Herren von der FR es noch nicht wissen leben wir im Jahr 2012. Seit fast 15 Jahren machen Online-Stellen-Börsen den Zeitungen das Leben schwer. Wer auf Stellenanzeigen als wichtigen Baustein für Ertrag setzt, baut auf Sand. Das Hauptproblem der FR ist, dass sie kein Profil, kein Image hat: FAZ, TAZ, SZ selbst Die Welt sind klar positioniert. Wofür steht die FR? Genau da liegt das Problem! Das kann man sich nicht leisten in einem Zeitalter des multi-medialen Overkills. Klare Kante!


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