Googles Tablet heißt Nexus 7

Google-Chairman Eric Schmidt kündigte es vergangenen Dezember als Tablet "höchster Qualität" an, nun ist es da: das Google Nexus 7. Vorgestellt hat Google das Gerät auf seiner Entwicklerkonferenz I/O 2012. Von der Größe her konkurriert das von Asus produzierte Nexus 7 mit dem Amazon Kindle Fire. Und auch der Preis beträgt identische 199 US-Dollar.

Der Name deutet es schon an: Das Display misst 7 Zoll. Es löst mit 1280x800 Pixeln auf. Zum Vergleich: Das neueste iPad von Apple hat bei einer Diagonale von 9,7 Zoll eine Auflösung von 2048×1536 Pixeln. Das Nexus 7 kommt in zwei Versionen, die sich nur hinsichtlich des Speichers und Preises unterscheiden. Mit 8GB kostet das Tablet 199 Dollar, mit 16GB 249 Dollar. Es rechnet ein Tegra-3-Prozessor mit vier Kernen, der Arbeitsspeicher ist 1GB groß. Mit der Außenwelt verbindet sich das Nexus 7 über WiFi, Bluetooth und NFC. GPS und eine Frontkamera sind ebenfalls an Bord. Inhalte wie Filme, Musik, Bücher und Apps bezieht es aus Googles Online-Shop Google Play.

Vorbestellen bei Google Play können das Nexus 7 Kunden aus den USA, Großbritannien, Kanada und Australien. In den USA soll die Auslieferung Mitte Juli beginnen. Ob und wann das Tablet in anderen Regionen verfügbar sein wird, sagte Google nicht.

Jelly Bean 

Als Betriebssystem setzt das Nexus 7 Googles neueste Android-Version 4.1 ein, die ebenfalls auf der I/O Premiere feierte: Jelly Bean (wieder stand Süßkram bei der Benennung Pate) soll ab Mitte Juli auch auf Android-Smartphones kommen. Geschraubt hat Google u.a. an der Suchfunktion, der Spracherkennung und der Geschwindigkeit. 

Eine neue Funktion von Jelly Bean ist Google Now, eine Assistenzfunktion, die basierend auf Ort und Zeit Informationen bereitstellt. Befindet man sich beispielsweise an einer Haltestelle, zeigt Google Now die nächsten Bus- oder Bahnverbindungen an. Hat man einen Außerhaustermin im Kalender gespeichert, soll die Funktion helfen, rechtzeitig dort zu sein.

400 Mio aktivierte Android-Geräte

Zudem nannte Google neue Eckdaten zur Android-Verbreitung. Mittlerweile gebe es 400 Mio aktivierte Geräte mit dem Betriebssystem. Vor einem Jahr wären es nur 100 Mio gewesen. Täglich käme über 1 Mio hinzu.

Streaming-Kugel Nexus Q

Ebenfalls neu - und bis auf weiteres Kunden in den USA vorbehalten - ist die Streaming-Kugel Nexus Q. Es ist Googles Antwort auf Apple TV. Statt auf iTunes-Inhalte greift sie auf Play-Inhalte und YouTube zu. Gesteuert wird das Gerät mit einem Android-Smartphone oder -Tablet.

Nexus 7: Googles Antwort auf das Kindle Fire

In den vergangenen Monaten wurde viel über ein Google-Tablet spekuliert, vor allem weil sich Tablets mit dem Betriebssystem Android schlechter schlugen als das iPad und das Kindle Fire. Letzteres basiert basiert zwar auch auf Googles Betriebssystem Android; Apps und andere Inhalte bezieht es jedoch direkt von Amazon und nicht aus Googles eigenem Shop namens Play. Amazon bietet das Gerät zum Kampfpreis von 199 US-Dollar an. Seit der Einführung Ende 2011 mauserte sich das quasi Google-freie Gerät zum erfolgreichsten Android-Tablet (kress.de vom 20. Februar 2012). Viel Freude dürfte das bei Google nicht ausgelöst haben.

Schon diverse Smartphones trugen "Nexus" im Namen. In der Regel erscheinen die Geräte jedes Jahr zeitgleich mit einer neuen Android-Version. Dabei setzt Google auf wechselnde Hardwarehersteller. Fertigte das erste Nexus, das Nexus One, noch HTC, kamen Nexus S und Galaxy Nexus beide von Samsung.

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