GSB darf übernehmen: Kartellamt erlaubt Verkauf der "Saarbrücker Zeitung"

 

Das Bundeskartellamt hat die Ende Mai angekündigte Übernahme der "Saarbrücker Zeitung" durch die Gesellschaft für staatsbürgerliche Bildung Saar (GSB) genehmigt. Die GSB, bislang mit 26% nur Minderheitsgesellschafter,

Das Bundeskartellamt hat die Ende Mai angekündigte Übernahme der "Saarbrücker Zeitung" durch die Gesellschaft für staatsbürgerliche Bildung Saar (GSB) genehmigt. Die GSB, bislang mit 26% nur Minderheitsgesellschafter, übernimmt den 52,33%-Anteil der Verlagsgruppe Holtzbrinck schrittweise. Zum 1. August stockt sie ihre Beteiligung auf 46,9% auf, bis spätestens Mitte 2014 übernimmt sie den Rest.

Für Verleger Stefan von Holtzbrinck bedeutet der Verkauf den vollständigen Ausstieg aus dem Geschäft mit Tageszeitungen: Vor der Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei GmbH ("Saarbrücker Zeitung") stieß er bereits Tagesspiegel (Berlin), Verlagsgruppe Handelsblatt, Main-Post (Würzburg) und Südkurier (Konstanz) ab.

Träger des Käufers GSB sind drei Stiftungen, die CDU, SPD und FDP nahe stehen. Laut Satzung ist die Stiftung der Förderung saarländischer Belange verpflichtet. Bei der Privatisierung der Zeitung im Jahr 1969 waren CDU, SPD und FDP im saarländischen Landtag vertreten.

Die GSB will die Rolle als Mehrheitsgesellschafter der Saarbrücker Zeitung nicht auf Dauer übernehmen: In einem Interview mit dem Blatt selbst sagte Friedel Läpple von der Stiftung, ehemals saarländischer Innenminister, die GSB suche einen neuen Gesellschafter, der den Willen mitbringe, "die regionalspezifischen Ausprägungen der einzelnen Zeitungstitel zu erhalten und weiterzuentwickeln".

Die Unternehmensgruppe Saarbrücker Zeitung, die 2.700 Mitarbeiter beschäftigt, hat 2011 einen Umsatz von 330 Mio Euro gemacht und nach eigenen Angaben eine zweistellige Umsatzrendite eingefahren. Neben der gleichnamigen Zeitung gehören u.a. auch der "Pfälzische Merkur", der "Trierische Volksfreund" und die "Lausitzer Rundschau" zu ihr. Mit der Luxemburger Tochter Euroscript ist das Unternehmen auch im Übersetzungs- und Dokumenten-Management aktiv.

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