AWA 2012: Weniger Reichweitenschwund bei den Printmedien

 

Die Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) 2012 verschafft gramgebeugten Managern der Printbranche ein wenig Trost: Die Medienforscher vom Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) postulieren, dass der Wandel in der Mediennutzung hin zu digitalen Medien langsamer verläuft als noch vor einigen Jahren.

Die Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) 2012 verschafft gramgebeugten Managern der Printbranche ein wenig Trost: Die Medienforscher vom Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) postulieren, dass der Wandel in der Mediennutzung hin zu digitalen Medien langsamer verläuft als noch vor einigen Jahren. Laut AWA 2012 haben sich die Reichweitenverluste der Tageszeitungen, gerade auch bei den Jüngeren, seit drei Jahren "deutlich verringert".

Für die jährlich erscheinende Markt-Media-Studie über Konsumgewohnheiten und Mediennutzung haben die AWA-Verantwortlichen diesmal rund 27.000 mündlich-persönliche Interviews mit einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung führen lassen. Trost finden Mitarbeiter der Printbranche nicht nur in der These vom abnehmenden Tempo der "Enthabitualisierung bei der Nutzung von Printmedien" (O-Ton AWA), sondern auch in der Analyse der Reichweitenentwicklung. Laut AWA 2012 haben im Vergleich zur AWA 2011 nämlich von 242 erfassten Publikumszeitschriften, Supplements und Kundenmagazinen 56 zugelegt, 90 liegen auf Vorjahresniveau, und 96 Titel mussten Reichweiteneinbußen hinnehmen.

Die meisten Zeitschriften haben gewonnen oder sich wacker gehalten, in Summe hat die Gattung allerdings dennoch verloren: Die Zahl der Gesamtkontakte in der deutschsprachigen Bevölkerung sank gegenüber 2011 um 1,5 %. Dafür sind wenige Segmente mit außergewöhnlich hohen Reichweitenverlusten verantwortlich: Computer- und Computerspiele-Titel, die Programmpresse, Kundenmagazine und wöchentliche Frauenzeitschriften. Leserzuwächse verzeichnen hingegen u. a. die Stadtillustrierten, die Musikzeitschriften, die Wohn- und Architekturmagazine sowie die monatlichen Frauenzeitschriften und die Special-Interest-Magazine zum Thema Sport.

"LandLust" ist Top-Aufsteiger

Auch die AWA bescheinigt der Zeitschrift "LandLust" außerordentlichen Erfolg. Sie hat die Zahl der Leser binnen eines Jahres um mehr als ein Drittel erhöht, die Reichweite in der deutschsprachigen Bevölkerung stieg um 820.000 auf 3,01 Mio. Der zweimonatliche Titel ist der Top-Aufsteiger der ganzen Gattung. In der Liste der Reichweitengewinner rangieren auch "Zeit" und "Laviva" weit vorne: Die Wochenzeitung verbesserte sich um 180.000 auf 2,34 Mio Leser, und die Rewe-Frauenzeitschrift steigerte sich um 140.000 auf 690.000.

Großer Verlierer bei den Printmedien ist "Bild": Der Boulevardzeitung kamen laut AWA 560.000 Leser abhanden, 9,73 Mio haben dem Blatt die Treue gehalten. Auf den Plätzen zwei und drei des Absteiger-Rankings stehen Gong plus + und "TV Movie". Die Programmie-Kombi büßte 350.000 Leser ein, ihre Reichweite beträgt noch 2,73 Mio, und die Leserzahl der 14-täglichen Programmzeitschrift sank um 300.000 auf 6,15 Mio.

Eine ausführliche Analyse der AWA 2012 finden Abonnenten im kressreport 14/2012, der am Freitag erscheint.
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