"TV Spielfilm" goes Smart TV: Burda präsentiert Programmie-App für den Fernseher

 

Hubert Burda Media und die Hamburger Agentur Cellular haben die 14-tägliche Programmzeitschrift "TV Spielfilm" fürs Smart TV fit gemacht. Mit der App für internetfähige Fernseher setzt Chefredakteur Lutz Carstens den, wie er sagt, "vorerst letzten, aber bedeutenden Markenbaustein" für die "TV Spielfilm"-Familie.

Hubert Burda Media und die Hamburger Agentur Cellular haben die 14-tägliche Programmzeitschrift "TV Spielfilm" fürs Smart TV fit gemacht. Mit der App für internetfähige Fernseher setzt Chefredakteur Lutz Carstens (Foto) den, wie er sagt, "vorerst letzten, aber bedeutenden Markenbaustein" für die "TV Spielfilm"-Familie.

Die kostenlose "TV Spielfilm"-Anwendung bietet wie die Smartphone-App Programmtabellen und Tagestipps. Darüber hinaus lassen sich mit der Fernbedienung des Fernsehapparats Inhalte der Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender ansteuern und aus der App heraus auf dem Fernsehgerät abspielen. Kino-Trailer steuert die "Cinema"-Redaktion bei.

Fehlende Standards erschweren das Smart-TV-Geschäft

Zurzeit führt Burda Gespräche mit unterschiedlichen Geräteherstellern, um der App einen Platz in deren App-Shops zu sichern. Das gestaltet sich angesichts der unterschiedlichen technologischen Standards und Konzepte der Geräte schwierig. Eine vor wenigen Wochen ins Leben gerufene Smart TV Alliance – vorerst zwischen LG Electronics und Philips – will dafür sorgen, dass in absehbarer Zeit eine herstellerunabhängige Plattform an den Start geht (kress.de vom 22. Juni 2012).

Die Vermarktung der neuen "TV Spielfilm"-App übernimmt die Burda-Tochter Tomorrow Focus Media. Im Gepäck hat sie exklusive Werbeplätze auf dem Homescreen-Hintergrund sowie Square-Grid- und Sky-Grid-Ads in der Tagestipp- und Programmansicht.

"Es ist ein logischer Schritt, als marktführender Anbieter digitaler Programminformationen nun auch die nächste Generation des Fernsehens zu begleiten", ließ sich Andreas Mayer, Geschäftsführer der Burda News Group, anlässlich des Launches in einer Mitteilung zitierten. Diesen Schritt vollzieht Burda reichlich spät. "TV Digital" (Axel Springer AG) und "TV Movie" (Bauer Media Group) sind den Weg ins internetfähige Fernsehen bereits 2009 und 2010 gegangen (kress.de vom 4. September 2009). "TV Spielfilm"-Chefredakteur Carstens begründet den späten Vollzug damit, dass man erst einmal analysiert habe, "wie man’s besser machen kann".

Burdas Devise: Spät, aber dafür besser

Ein Vorzug der "TV Spielfilm"-Smart-TV-App sei etwa die bildschirmzentrierte Steuerung über die Fernbedienung. Die ausgewählte Detailinformation ist jeweils in der Mitte des Fernsehschirms platziert, die übrigen Inhalte gruppieren sich um dieses Auswahlfenster herum. Ein weiterer Vorzug ist die Einbindung der Mediatheken und das Abspielen der Inhalte aus der App heraus. Letzteres bietet Bauers "TV Movie"-Anwendung nicht an. Dafür ist man anscheinend bei der Verbreitung auf unterschiedlichen Gerätetypen weiter. Bauer kooperiert nach eigenen Angaben eng mit Philips NetTV, Loewe Medianet und Samsung Internet@TV. Springers "TV Digital" ist ebenfalls auf Philips- und Samsung-Geräten vorinstalliert sowie bei Apparaten von TechniSat. Hinzu kommen Set-Top-Boxen von Inverto, smart, Vantage und VideoWeb.

Bis Ende 2012 soll es in 22% der deutschen Haushalte Smart TVs geben

Ungeachtet der unterschiedlichen Standards setzen Gerätehersteller und Anbieter von Programminformationen große Hoffnungen in das Smart-TV-Geschäft. Der Hightech-Verband Bitkom rechnet damit, dass 2012 in Deutschland 4,6 Mio Fernsehgeräte mit Internetzugang verkauft werden, 36% mehr als ein Jahr zuvor. Damit dürfte bis Jahresende in 22% der deutschen Haushalte ein Fernseher mit Internetanschluss stehen. Allerdings dürfte nur ein Bruchteil der Fernsehzuschauer die Verbindung tatsächlich nutzen.

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