Belebung auf dem E-Publishing-Markt: Dotbooks geht in München mit 110 Autoren an den Start

 

Gründergeist in einer der ältesten Mediengattungen der Welt: Die langjährige Droemer Knaur-Verlagsleiterin Beate Kuckertz möchte ihren Beitrag zum Erhalt der Wälder leisten und hat sich in München mit dem eBook-Verlag Dotbooks selbstständig gemacht. Verträge mit rund 110 Autoren hat sie in der Tasche, mit 40 Titeln legt sie los. "Digitales Lesen wird das gedruckte Buch nicht ablösen", sagt sie. "Aber der Taschenbuchmarkt wird mittelfristig in die Knie gehen."

Gründergeist in einer der ältesten Mediengattungen der Welt: Die langjährige Droemer Knaur-Verlagsleiterin Beate Kuckertz möchte ihren Beitrag zum Erhalt der Wälder leisten und hat sich in München mit dem eBook-Verlag Dotbooks selbstständig gemacht. Verträge mit rund 110 Autoren hat sie in der Tasche, mit 40 Titeln legt sie los. "Digitales Lesen wird das gedruckte Buch nicht ablösen", sagt sie. "Aber der Taschenbuchmarkt wird mittelfristig in die Knie gehen."

Der Aufbruchsgeist der Gründerin, Jahrgang 1963, ist ansteckend. Sie hofft auf eine kräftige Buch-Belebung durch den Massenmarkt, den die eBook-Reader wie Amazons Kindle oder das iPad ermöglichen. Während in Deutschland der Umsatzanteil einschlägiger elektronischer Bücher noch im einstelligen Bereich liegt, ist vor allem in den USA der Taschenbuchmarkt komplett zusammengebrochen. 20 bis 30 Prozent der Umsätze würden dort bereits mit eBooks gemacht.

Kooperationen mit Amazon und Apple abgeschlossen

Ab sofort können die über Dotbooks verlegten Titel, darunter Belletristik, viele Regio-Krimis, aber auch Sachbücher und Erotikromane sowie Spirituelles, direkt über die Homepage bezogen werden. Außerdem kooperiert Kuckertz mit den großen Plattformen - darunter natürlich Amazon und Apples iBook-Store. Je nach Erfolg und Nachfrage möchte sie "einen Teil des Programms" ab September auch klassisch drucken - und in Buchläden verkaufen.

Keine Vorschüsse, aber höhere Margen für die Autoren

"Unser Ziel ist der glückliche Autor", gibt sie ein wenig vollmundig als Devise an. Sie zahlt keine Vorschüsse, sondern "teilt das Risikio mit dem Autor", wie es unverblümt heißt. Anders herum gedreht, lockt sie die Dotbooks-Schreiber, unter denen sich laut Kuckertz außergewöhnlich viele Journalisten befinden sollen, mit deutlich höheren Margen, als üblicherweise gezahlt werden. Nicht zuletzt weil in der Produktion viel Papier gespart wird und die Dotbooks-Verwaltung schlank ist, könnten sich Autoren Erlöse in Höhe von rund 40 Prozent vom Netto-Verkaufspreis ausrechnen. Taschenbuch-Autoren winken üblicherweise nur etwa fünf Prozent.

Trotzdem möchte Dotbooks nicht als Vanity-Press-Manufaktur für eitle Selbstdarsteller missverstanden werden. "Jedes Buch bekommt bei uns ein Lektorat", versichert Kuckertz. Um den ebook-Autoren auf den Weg zu helfen, hat sie von ihrem Altarbeitgeber einen prominenten Mitstreiter geholt: Timothy Sonderhüsken, ehemals Programmleiter bei Droemer Knauer, verantwortet das Dotbooks-Programm und überwacht die Arbeit des Lektorats-Team. "Nach über 20 Jahren in großen Verlagen", so der 41-Jährige, "war es Zeit für ein neues Abenteuer."

Ihre Kommentare
Kopf
Sigi Hirsch

Sigi Hirsch

PoetryART

09.07.2012
!

Na endlich eine deutsche Vorreiteriin. Liebe Frau Kuckertz-- das klappt und ich wünsche Ihnen nur das Beste.
Darf ich eventuell mitmischen-- ich bin wohl der einzige Autor, der NONSENS-KRIMIS schreibt, ein Genre, den die Krimiverlage natürlich nicht wollen wegen der
Etebetete.
Schreiben Sie mir mal: sigi.hirsch@googlemail.com


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