aQuantive haut ordentlich rein: Microsoft mit erstem Verlust seit Börsengang

 

Was von den Microsoft-Zahlen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres in Erinnerung bleiben wird, ist der erste Quartalsverlust seit dem Börsengang 1986. Aber nicht nur der Nettoverlust von 492 Mio US-Dollar ist ein Rekord, auch der Umsatz von 18,06 Mrd Dollar ist einer - allerdings im positiven Sinn. 

Was von den Microsoft-Zahlen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres in Erinnerung bleiben wird, ist der erste Quartalsverlust seit dem Börsengang 1986. Aber nicht nur der Nettoverlust von 492 Mio US-Dollar ist ein Rekord, auch der Umsatz von 18,06 Mrd Dollar ist einer - allerdings im positiven Sinn. Es sind zudem 4% mehr als im Vorjahresquartal. Ebenfalls vor einem Jahr verbuchte der Konzern noch einen Quartalsgewinn von 5,87 Mrd Dollar.

Schuld am Verlust hat eine Abschreibung in Höhe von 6,2 Mrd Dollar auf den Kaufpreis des Online-Marketing-Unternehmens aQuantive, für das Microsoft 2007 6,3 Mrd Dollar zahlte. Anfang Juli gestand Microsoft ein, dass sich der Kauf nicht gerechnet hat und berichtigte den Wert auf nur noch 100 Mio Dollar (kress.de vom 3. Juli 2012).

Der Gewinn je Aktie (ohne die Abschreibung) beträgt 73 Cent und damit mehr als die 62 Cent, die Analysten erwartet hatten. Den Umsatz sahen die von Thomson Reuters befragten Experten jedoch etwas höher bei 18,13 Mrd Dollar ("Marketwatch"). Da der Verlust nach der Ankündigung Anfang Juli erwartet wurde, waren die Investoren nicht geschockt: Die Aktie legte nachbörslich rund 2% zu.

Im gesamten Geschäftsjahr, das der Konzern mit dem Ende des vierten Quartals ebenfalls abschloss, belief sich der Umsatz auf 73,72 Mrd Dollar und der Gewinn auf 18,98 Mrd Dollar.

Von der Abschreibung hart getroffen: die Online Services Division

Die Online Services Division verbesserte ihren Umsatz von 680 Mio Dollar im Vorjahresquartal auf nun 735 Mio Dollar. In dieser Sparte bündelt Microsoft die Suchmaschine Bing, aber auch das, was früher aQuantive hieß und sich nun Microsoft Advertising nennt. Daher haut hier die Abschreibung richtig rein. Betrug der operative Verlust vor einem Jahr 745 Mio Dollar, wuchs er nun auf 6,67 Mio Dollar an. Hätte es die Abschreibung nicht gegeben, wäre der Verlust um 36% auf 479 Mio Dollar geschrumpft.

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