Einstweilige Verfügung gegen TV-Studios in Hürth: Gericht ordnet Produktionsstopp an

 

Ist in Hürth-Kalscheuren bei Köln jetzt Schluss mit Fernsehen? Um die legendären TV-Studios, wo sich einst "Hans Meiser", "RTL Samstag Nacht" oder das "Familien-Duell" die Klinke in die Hand gaben, ist ein juristischer Streit entbrannt. Ex-Betreiber MMC will verhindern, dass der neue Mieter MP Medienparks weiter für Film und TV produziert.

Ist in Hürth-Kalscheuren bei Köln jetzt Schluss mit Fernsehen? Um die legendären TV-Studios, wo sich einst "Hans Meiser", "RTL Samstag Nacht" oder das "Familien-Duell" die Klinke in die Hand gaben, ist ein juristischer Streit entbrannt. Ex-Betreiber MMC will verhindern, dass der neue Mieter MP Medienparks weiter für Film und TV produziert. Vor dem Landgericht Köln hat die Magic Media Company eine Einstweilige Verfügung gegen den Eigentümer des Studiogeländes, den Immobilienfonds Köln-Ossendorf-Hürth I, erwirkt.

Laut noch nicht rechtskräftigem Beschluss des Gerichts hat der Immobilienfonds "durch geeignete Maßnahmen, insbesondere durch Einwirkung auf den Mieter MP Medienparks Nordrhein-Westfalen GmbH, dafür zu sorgen, dass bis zum 31.12.2016 auf dem Gelände 'Medienzentrum Hürth' kein Studiobetrieb für Film- oder Fernsehproduktionen [...] erfolgt".

Hintergrund: Der Immobilienfonds, der zur Oppenheim-Esch-Gruppe gehört, hatte 2011 ein Sonderkündigungsrecht ausgeübt und den Studiobetreiber MMC zum Jahresende rausgeschmissen. Seit Anfang 2012 betreibt die MMC nur noch den Studiokomplex Coloneum in Köln-Ossendorf. Im Gegenzug zum Sonderkündigungsrecht war in Verträgen von 2009 ein auf fünf Jahre befristeter Wettbewerbsausschluss für das Hürther Gelände vereinbart worden.

"Trotzdem versucht die MP Medienparks Nordrhein-Westfalen GmbH als Mieter des
Hürther Geländes derzeit, sich als Anbieter von Studios für Film- und Fernsehproduktionen am Markt zu positionieren", sagt MMC-Geschäftsführer Andre van Eijden. "Wir waren daher gezwungen, diese Einstweilige Verfügung durchzusetzen. Sie verpflichtet den Immobilienfonds, dafür zu sorgen, dass die zwischen dem Immobilienfonds und uns vertraglich fixierten Regelungen eingehalten werden."

Aktuell produziert Eyeworks Germany in Hürth die Neuauflage der Comedy-Show "Switch reloaded" für ProSieben. Im August sollen dort die Dreharbeiten zur vierten Staffel der Sat.1-Serie "Danni Lowinski" (Produktion: Phoenix Film) beginnen. Bei zahlreichen weiteren Produzenten hat das Management der MP Medienparks um Produktionen geworben. Hinter der Firma stehen als Gesellschafter und Geschäftsführer der frühere Studio-Babelsberg-Chef Thierry Potok und der Siegburger Unternehmer Klaus Mundorf.

"Dieser Streit ist für die in Hürth tätige MP Medienparks NRW GmbH (MPN) ohne Relevanz", teilt das Unternehmen mit. "MPN hat das Studiogelände im Januar 2012 übernommen und bietet hier Studios für TV und Film an. Für die MP Medienparks NRW GmbH besteht als Studiobetreiber der Film- und Fernsehstudios in Köln-Hürth kein vertragliches Wettbewerbsverbot. Vor dem Hintergrund des durch die EU-Kommission verfügten Verkaufs der MMC wegen dauernder Verluste in der Vergangenheit ist der Streit, der auf dem Rücken der Kunden ausgetragen werden soll, nicht verständlich." Trotz EV dürfte sich der Streit also noch eine ganze Weile hinziehen.

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