"Es ist absurd": Privatsender kritisieren Ausbau von YouTube

12.08.2012
 

Die dürfen und wir nicht?! Die großen Privatsender missbilligen den Ausbau von YouTube zur Online-Videothek. "Es ist absurd. Alle rufen laut nach nutzerfreundlichen Angeboten – uns wird genau dies zum Vorteil von Google untersagt, das die Lücke natürlich zu füllen weiß", sagte Tobias Schmid, Bereichsleiter Medienpolitik bei RTL, dem "Spiegel".

Die dürfen und wir nicht?! Die großen Privatsender missbilligen den Ausbau von YouTube zur Online-Videothek (kress.de vom 10. August 2012). "Es ist absurd. Alle rufen laut nach nutzerfreundlichen Angeboten – uns wird genau dies zum Vorteil von Google untersagt, das die Lücke natürlich zu füllen weiß", sagte Tobias Schmid, Bereichsleiter Medienpolitik bei RTL, dem "Spiegel".

Der Ärger der Fernsehmacher rührt auch daher, dass Pläne für eine gemeinsame Videoabrufplattform vom Bundeskartellamt gestoppt wurden. Das OLG Düsseldorf bestätigte vergangene Woche das Verbot

YouTube agiere zunehmend aggressiv und bewege sich dabei außerhalb unseres Regulierungsrahmens", sagt Conrad Albert, Vorstand beim TV-Konzern ProSiebenSat.1, im aktuellen "Spiegel" über die Google-Tochter. Seit einigen Wochen können Nutzer auf YouTube Spielfilme in voller Länge anschauen (siehe Foto). Das deutsche Angebot ist bisher bescheiden, soll aber ausgebaut werden.

Bald Endemol- und Brainpool-Kanal auf YouTube?

Für Verstimmung würden zudem YouTubes Pläne sorgen, eigene Kanäle zu starten, heißt es im "Spiegel". Die Plattform buhle derzeit um deutsche TV-Produzenten, die exklusives Programm beisteuern sollen und dafür von YouTube vermarktet werden. An der Ausschreibung hat sich dem Bericht zufolge unter anderem die Produktionsfirma Endemol beteiligt; bei Brainpool soll man über einen Comedy-Kanal nachdenken; Constantin habe inzwischen abgesagt: "Zumindest vorerst rechnet sich das für uns nicht, wir bleiben aber in Gesprächen", wird Vorstand Martin Moszkowicz zitiert.

Die Reaktion von YouTube

YouTube hat am Montag gegenüber dapd verlauten lassen, dass man kein Fernsehen mache und dafür auch keine Inhalte lizensiere. "Die Filme stellen die Anbieter selbst bei uns ein", wird eine Sprecherin zitiert. YouTube sei nach wie vor nur eine technologische Plattform. Auch ProSiebenSat.1 könne seine Inhalte auf YouTube verbreiten.

Ihre Kommentare
Kopf

DerJochen

12.08.2012
!

Klingt wie Kleinkinder-Geheule weil deren eigenen Plattformen wie MySpass, Clipfish usw einfach nicht funktionieren und ankommen.


Heinrich Bullmer

12.08.2012
!

Vielleicht wären RTL sowie Sat.1 gut beraten einfach in eine andere richtung zu denken... Ich bin sicher das google einen Deal machen würde wen die großen Medienunternehmen bei google anklopfen würden... Man müsste nur noch den Content zur Verfügung stellen,.... Werbung kann man auch in Youtube einbinden....
In usa machen es viele TV Sender hierzulande verpasst man mal wieder den Zug.... Google schafft auch mit google TV ein tolles Biotop warum nicht mal da aufspringen?


boing

13.08.2012
!

Mit Youtube tritt (neben Amazon, iTunes und wenigen anderen) erstmals ein ernstzunehmender Zwischenhändler für Inhalte in den deutschen Markt ein. Bisher war es so schön kuschelig: zwei Sender-Familien, die sich nicht in die Quere kommen und die Einkaufspreise diktieren. Beide hochprofitabel. Youtube hat massive Reichweite bei den unter 25jährigen - es ist ihr TV-Sender. Wenn dort die richtigen Inhalte laufen, bleibt das "normale" TV-Gerät einfach aus.


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