"Ich will sie nicht zum Wechseln ermuntern": "Handelsblatt"-Chef Steingart wendet sich an "FTD"-Leser

29.08.2012
 

Kampfansage von "Handelsblatt"-Chefredakteur Gabor Steingart an die Konkurrenz. Bei der "FTD" würden "inmitten einer Weltwirtschaft in Turbulenzen die Leserinnen und Leser auf Diät" gesetzt, schreibt Steingart in seinem "Handelsblatt Morning Briefing" und wird noch deutlicher:

Kampfansage von "Handelsblatt"-Chefredakteur Gabor Steingart an die Konkurrenz. Bei der "FTD" würden "inmitten einer Weltwirtschaft in Turbulenzen die Leserinnen und Leser auf Diät" gesetzt, schreibt Steingart in seinem "Handelsblatt Morning Briefing"-Newsletter und spielt auf eine Meldung von "newsroom.de" an, dass G+J angeblich die "FTD" ausdünnen möchte. Steingart weiter: "Ich will sie nicht zum Wechseln ermuntern, auch um die prekäre Lage unseres Wettbewerbers nicht zu verschärfen. Aber ich möchte Ihnen anbieten, unsere (doppelt so starke) Zeitung zusätzlich zu nutzen." Eine Mail an steingart(at)handelsblatt.com genüge.

"Sie bekommen bei mir keinen Grill und keinen Tankgutschein, aber für die kommenden, die womöglich entscheidenden 100 Tage der Euro-Zone, liefere ich Ihnen unsere Zeitung frei Haus", verspricht Steingart und holt noch mal aus: "In Zeiten wie diesen sollten wir alle sparen, das ist ja richtig. Aber doch nicht bei der Information und ihrer Einordnung."

Starke Worte und ein starkes Angebot - denn derzeit kostet ein "Handelsblatt"-3-Monats-Abo knapp 100 Euro, inklusive einem "kleinen Dankeschön".

Was meinen die kress.de-Leser zu der Offerte von Steingart - ist sie unmoralisch oder der Sache angemessen?

Ihre Kommentare
Kopf

Kay Krüger

29.08.2012
!

....was soll daran unmoralisch sein? Beide Wirtschaftsblätter gehören zur führenden Begleitpublizistik unserer bundesdeutschen Marktwirtschaft u. sind dieser Veranstaltung als freiwirtschaftliche Teilnehmer gleichzeitig unterworfen. Verstöße gegen die guten Sitten oder gar allg. Gesetze sind mit dem Aufruf nicht in Verbindung zu bringen. Im übrigen hätte man die FTD-Entwicklung auch noch gnadenloser formulieren können, etwa mit Maos Wort: "Wer nicht scheißen kann, muss das Örtchen räumen." Ups


Dirk Bathe

29.08.2012
!

So stark sind weder die Worte noch das Angebot: Schließlich bedeutet "frei Haus" nur, dass der Versender die Kosten des Versandes trägt. Rein rechtlich ist damit nicht auch der Preis für die Zeitung inbegriffen. Also zeugen die Worte zwar von einem gesunden Selbstbewußtsein, aber nicht von einem "unmoralischen" Angebot.


Bastian Dietz

30.08.2012
!

Wenn ich Bücher mit abgedruckten Aktienkursen abziehe (die ich online lesen kann), ist das Handelsblatt gar nicht mehr so dick. Und wenn ich dann die journalistische Qualität vergleiche, bleibe ich gern bei der FTD. Es ist echt schade, dass diese gute Zeitung, so wenig Leser/-innen hat.


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