Eine Woche nach dem "MM"-Artikel: Bernd Buchholz legt Mandat als Bertelsmann-Vorstand nieder

29.08.2012
 

Bernd Buchholz, 50, Mitglied im Bertelsmann-Vorstand und Vorstandsvorsitzender von Gruner + Jahr, hat gegenüber dem Aufsichtsrat der Bertelsmann Management SE die Niederlegung seines Vorstandsamtes mit sofortiger Wirkung erklärt.

Bernd Buchholz, 50, Mitglied im Bertelsmann-Vorstand und Vorstandsvorsitzender von Gruner + Jahr, hat gegenüber dem Aufsichtsrat der Bertelsmann Management SE die Niederlegung seines Vorstandsamtes mit sofortiger Wirkung erklärt. Bertelsmann stehe als Mehrheitsgesellschafter unverändert zu Gruner + Jahr und unterstütze die Weiterentwicklung des Unternehmens, heißt es in Gütersloh.

Der Bertelsmann-Aufsichtsrat bedauere die Entscheidung von Bernd Buchholz. Man bedankt sich für die langjährige Zusammenarbeit. 

Vergangene Woche hatte das "Manager Magazin" berichtet, dass Bertelsmann plane, die Familie Jahr bei Gruner + Jahr herauszukaufen (kress.de vom 23. August 2012). Bislang hält Bertelsmann 74,9% der Anteile an G+J. Der Artikel hatte auch um die Zukunft von Bernd Buchholz Diskussionen ausgelöst. Das "Manager Magazin" schrieb mit Bezug auf die Bertelsmann-Zentrale, dass Buchholz nur die Kraft einer "Spielzeuglokomotive" zugestanden werde. Und er würde seine Hausaufgaben nicht machen.

"Ein Manager merkt, wenn seine Tage gezählt sind", hat Hans-Jürgen Jakobs an diesem Mittwoch in der "SZ" geschrieben und Bernd Buchholz damit gemeint. Bei Buchholz, seit drei Jahren Chef von Gruner + Jahr, laufe publizistisch eher wenig: "die Halbjahreszahlen schlecht, die Wirtschaftszeitung 'Financial Times Deutschland' noch immer in rosa bis roten Zahlen und künftig wochentags mit nur noch zwei Zeitungsbüchern deutlich dünner, nach zehn Jahren bei 'Brigitte' den Chefredakteur ausgewechselt...". Und Jakobs kommt auch auf die Auseinandersetzung zwischen Thomas Rabe und Bernd Buchholz zu sprechen. Rabe, Bertelsmann-Boss und G+J-Chefkontrolleur, habe Buchholz um seine "fixe Wachstumsidee" gebracht. Buchholz wollte demnach das britische Markforschungsinstitut Yougov kaufen, aber Rabe soll in der entscheidenden Sitzung in diesem Frühjahr verfügt haben, dass das zu weit weg vom Kerngeschäft sei.

Ihre Kommentare
Kopf
Weitere Beiträge zu diesem Thema
Inhalt konnte nicht geladen werden.