Auch die Quartalszahlen sollen schlecht sein: Buchholz-Abschied bei G+J "nur Frage der Zeit"

29.08.2012
 

Gruner + Jahr hat ein schlechtes Quartal hinter sich und wird wohl schon bald nicht mehr von seinem bisherigen Vorstandsvorsitzenden Bernd Buchholz geführt werden. Dies berichtet die "FAZ" in ihrer Donnerstagsausgabe. Laut der Zeitung hängt der Abschied von Buchholz scheinbar nur noch an der Höhe der Abfindung. Und die dürfte nicht zu knapp ausfallen.

Gruner + Jahr hat ein schlechtes Quartal hinter sich und wird wohl schon bald nicht mehr von seinem bisherigen Vorstandsvorsitzenden Bernd Buchholz geführt werden. Dies berichtet die "FAZ" in ihrer Donnerstagsausgabe. Nach Informationen der Zeitung soll bei G+J ein deutlicher Ergebnisrückgang zu Buche stehen. Der Mutterkonzern Bertelsmann gibt am kommenden Freitag seine Halbjahreszahlen bekannt.

Der Rücktritt von Bernd Buchholz vom Amt des Bertelsmann-Vorstands sei aber nicht alleine auf die schlechte Geschäftsentwicklung zurückzuführen, heißt es in der "FAZ". Buchholz sei unzufrieden, weil Bertelsmann einige seiner Ideen für die weitere Entwicklung des Verlagshauses nicht mittragen wollte. Sein Rücktritt werde in informierten Kreisen auf den gescheiterten Kauf des britischen Marktforschungsunternehmens Yougov zurückgeführt, den der neue Bertelsmann-Boss Thomas Rabe "in letzter Minute" gestoppt haben soll. Das operative Ergebnis von Yougov soll angeblich so niedrig sein, dass es G+J nicht hätte beflügeln können.

Teure Abfindung

Laut "FAZ" hängt der Abschied von Buchholz scheinbar nur noch an der Höhe der Abfindung. Das sei nur noch eine Frage der Zeit, soll es aus unternehmensnahen Kreisen verlauten. Der Vertrag von Buchholz läuft bis 2016. Für die Abfindung müsste Bertelsmann also tief in die Tasche greifen, dem Vernehmen soll es sich um eine zweistellige Mio-Summe handeln. Die "Süddeutsche Zeitung" schreibt am Donnerstag, dass Buchholz "mit offenem Visier kämpfen" und nicht als "Konzern-Marionette" wirken wolle.

Bei Kundrun ging es damals fix

Beim Buchholz-Vorgänger Bernd Kundrun ging es damals schnell. Kundrun hatte am 23. Dezember 2008 entnervt sein Amt als Vorstand von Bertelsmann niedergelegt und so auch seine schnelle Ablösung als G+J-Boss provoziert. Sein Verhältnis zum damaligen Bertelsmann-Boss Hartmut Ostrowski galt als zerrüttet. 

Saffe oder Jäkel als mögliche Buchholz-Nachfolger

Als mögliche Buchholz-Nachfolgerin bringt die "FAZ" Julia Jäkel ins Spiel. Der Zeitung zufolge ist es aber offen, ob es überhaupt einen direkten Nachfolger für Buchholz in der Funktion des Vorstandsvorsitzenden von Gruner + Jahr geben wird. Das soll von der angestrebten Neuordnung des Verlages abhängen. "newsroom.de" will erfahren haben, dass Ove Saffe der aussichtsreichste Kandidat sei. Der Chef der "Spiegel"-Gruppe  kenne Gruner + Jahr und er habe beim "Spiegel" bewiesen, wie ein Verlag im Internet Geld verdienen könne.

Das "Manager Magazin" hatte vergangene Woche berichtet, dass Bertelsmann die Familie Jahr bei Gruner + Jahr herauskaufen wolle. So könnten die Gütersloher freier agieren und den Verlag wieder auf die Spur bringen. Ohne Buchholz. Jürgen Richter, Ex-Bertelsmann-Manager, sagte der "SZ" in dieser Woche, dass man die Aktion allerdings auch so sehen könnte, dass Gruner + Jahr ohne die Jahrs viel besser zu verkaufen sei.

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