Aufsichsräte sollen zu 40% weiblich besetzt werden: DJV begrüßt Gesetzentwurf zur Frauenquote

 

Der von der EU-Justizkommissarin Viviane Reding vorgelegte Entwurf zur Einführung einer gesetzlichen Frauenquote ist vom Deutschen Journalisten-Verband (DJV) positiv aufgenommen worden. Die stellvertretende DJV-Bundesvorsitzende Ulrike Kaiser sagte, dass von der 40%-Regelung zwar nur wenige Konzerne aus der Medienbranche betroffen seien. 

Der von der EU-Justizkommissarin Viviane Reding vorgelegte Entwurf zur Einführung einer gesetzlichen Frauenquote ist vom Deutschen Journalisten-Verband (DJV) positiv aufgenommen worden. Die stellvertretende DJV-Bundesvorsitzende Ulrike Kaiser sagte, dass von der 40%-Regelung zwar nur wenige Konzerne aus der Medienbranche betroffen seien.

Entscheidend sei aber die Signalwirkung der Frauenquote. Dem Entwurf zufolge sollen von 2012 an die Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen zu 40% mit Frauen besetzt sein. Laut "tagesspiegel.de", dem das Dokument vorliegt, beträgt der Frauenanteil derzeit 13,7%. 

Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern und weniger als 50 Mio Euro Jahresumsatz sollen die Vorgabe bis 2020 umsetzen. Ausgenommen davon sind staatliche und halbstaatliche Konzerne, die die Vorgabe bereits bis 2018 erfüllen sollen.

Der Journalistinnen-Verein ProQuote, der sich im Juni 2012 gegründet hatte, fordert einen Frauenanteil von 30% in den Führungsetagen deutscher Medienhäuser. Innerhalb von fünf Jahren soll das Ziel erreicht werden (kress.de vom 10. Juni 2012).

Kaiser übte darüber hinaus Kritik an der "Blockadehaltung" von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU), die die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote ablehnt. "Die bisherige Politik der Familienministerin hat nicht dazu geführt, den Anteil von Frauen in den Führungsetagen von Verlagen und Sendern zu erhöhen", so Kaiser. "Wer auf das Prinzip Freiwilligkeit in den Chefetagen setzt, schiebt die Probleme auf die lange Bank."

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