Die Verträge sind unterschrieben: Rheinische Post hat das Sagen in Saarbrücken

 

Im Saarland herrscht jetzt rheinischer Frohsinn - und im Rheinland sowieso: Die Rheinische Post Mediengruppe ("Rheinische Post") übernimmt die Mehrheit an der Saarbrücker Zeitungsgruppe ("Saarbrücker Zeitung"). Die Düsseldorfer und der Verkäufer, die Gesellschaft für staatsbürgerliche Bildung Saar (GSB), haben am späten Freitagabend über den Deal informiert.

Im Saarland herrscht jetzt rheinischer Frohsinn - und im Rheinland sowieso: Die Rheinische Post Mediengruppe ("Rheinische Post") übernimmt die Mehrheit an der Saarbrücker Zeitungsgruppe ("Saarbrücker Zeitung"). Die Düsseldorfer und der Verkäufer, die Gesellschaft für staatsbürgerliche Bildung Saar (GSB), haben am späten Freitagabend über den Deal informiert. Informationen darüber waren schon zuvor durchgesickert (kress.de vom 3. September 2012).

Im Mai hatte die GSB, bis dahin Minderheitsgesellschafter, angekündigt, in zwei Schritten die Anteile der Verlagsgruppe Holtzbrinckan der Saarbrücker Zeitungsgruppe (52,33%) zu übernehmen. Zum 1. August stockte die Gesellschaft zunächst von 26 auf 46,9% auf, der Rest der Holtzbrinck-Anteile sollte bis spätestens Mitte 2014 auf sie übergehen (kress.de vom 30. Mai 2012). Die GSB machte allerdings zugleich deutlich, dass sie nicht dauerhaft die Regie in Saarbrücken führen, sondern nur in Ruhe nach einem neuen Verlagspartner ihrer Wahl suchen wolle. Hintergrund: Die Gesellschaft wird von drei parteinahen Stiftungen getragen, ihre dauerhaft dominierende Stellung bei der wichtigsten Zeitung des Saarlands hätte ein erhebliches Geschmäckle gehabt.

Die Suche nach einem neuen Partner ist nun erfolgeich abgeschlossen: Bis zum Jahresende soll die Rheinische Post Mediengruppe sämtliche Holtzbrinck-Anteile an der Saarbrücker Zeitungsgruppe übernehmen und neuer Mehrheitsgesellschafter werden. Die Verträge seien am Donnerstag unterzeichnet worden, teilten beide Unternehmen mit. Das Bundeskartellamt muss noch zustimmen.

Rudolf Warnking, Vorsitzender des GSB-Aufsichtsrats, sieht in den Düsseldorfern einen Partner, "der den Erfolg der Saarbrücker Zeitung langfristig und mit Betonung der regionalspezifischen Ausprägungen weiter entwickeln wird". Durch den Deal sei zudem der "denkbare Einstieg eines Finanzinvestors" bei der "Saarbrücker Zeitung" verhindert worden, sekundiert sein Vize Friedel Läpple.

Beide Parteien bekunden Einigkeit darüber, dass die Unternehmensgruppe "mit ihren regional ausgerichteten Publikationen selbständig an ihren Standorten erhalten bleiben soll", unterstreichen aber auch die Notwendigkeit von Kooperation zwischen den Zeitungshäusern.

Karl Hans Arnold, Vorsitzender der Geschäftsführung der Rheinische Post Mediengruppe, signalisiert in einer Mitteilung, dass das Saarbrücker Management unter der Führung von Joachim Meinhold an Bord bleibt. Der neue Mehrheitsgesellschafter will in eine neue Rotation in Trier investieren und den Ausbau der Euroscript-Gruppe fördern, eines 100 Mio Umsatz schweren Übersetzungs- und Dokumentationsdienstleisters mit Sitz in Luxemburg.

Zur Saarbrücker Zeitungsgruppe gehören neben der "Saarbrücker Zeitung" auch die Titel "Trierischer Volksfreund", "Pfälzischer Merkur" in Zweibrücken und "Lausitzer Rundschau" in Cottbus sowie eine Mehrheitsbeteiligung an der Saarländischen Wochenblatt Verlagsgesellschaft. Der gemeinsame Umsatz der Medienhäuser aus Düsseldorf und Saarbrücken beläuft sich auf gut 800 Mio Euro.

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