Sie wehrt sich gegen Verleumdungen: Bettina Wulff klagt gegen Jauch und Google

08.09.2012
 

Bettina Wulff, die Frau des früheren Bundespräsidenten, geht massiv gegen die Verbreitung von Gerüchten und Denunziationen über ihr angebliches Vorleben vor. Am Freitag habe die 38-Jährige beim Hamburger Landgericht Klagen gegen den Fernsehmoderator Günther Jauch und gegen den Google-Konzern eingereicht. Dies berichtet die "SZ".

Bettina Wulff, die Frau des früheren Bundespräsidenten, geht massiv gegen die Verbreitung von Gerüchten und Denunziationen über ihr angebliches Vorleben vor. Am Freitag habe die 38-Jährige beim Hamburger Landgericht Klagen gegen den Fernsehmoderator Günther Jauch und gegen den Google-Konzern eingereicht. Dies berichtet die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Samstagsausgabe.

In den vergangenen Monaten sollen bereits 34 deutsche und ausländische Blogger und Medien, darunter der "stern", die Mediengruppe Österreich und die "Berliner Zeitung" Unterlassungserklärungen abgegeben haben. Mehrere Medienhäuser hätten der "SZ" zufolge Schmerzensgeld in fünfstelliger Höhe zahlen müssen.

Nach Recherchen von Hans Leyendecker und Ralf Wiegand sollen CDU-Kreise in Hannover seit 2006 das Gerücht gestreut haben, Bettina Wulff habe früher angeblich im Rotlichtmilieu gearbeitet. Die Denunziation sollte offenbar vor allem Christian Wulff treffen, der damals noch CDU-Ministerpräsident in Niedersachsen war.

'Bettina Wulff war mir egal', wird eine Bloggerin in der "SZ" zitiert, die in regionalen FDP-Gremien sitze und das Gerücht zehn Tage vor der Präsidentenwahl im Juni 2010 mit auf den Weg gebracht habe. Im Internet soll es sich dann epidemieartig ausgebreitet haben -  nicht wenige Medien wären auf den Zug aufgesprungen.

Als Präsidentengattin hat sich Bettina Wulff laut "SZ" gegen die anonymen Gerüchte noch nicht öffentlich gewehrt. Erst seit Wulffs Abschied aus dem Präsidentenamt im Februar gehe die frühere Erste Frau der Republik juristisch vehement gegen den Rufmord vor. Durch diese 'Verleumdungen' sei aus Sicht von Bettina Wulff ihre 'Reputation zerstört worden'. Die wolle sie 'jetzt zurückgewinnen', beschreibt ein Insider in der "Süddeutschen" ihre zahlreichen juristischen Aktivitäten.

Juristisch besonders spektakulär sind die Klagen gegen Jauch und Google: Im Mai hätte Wulffs Anwalt den Moderator Jauch erstmals aufgefordert, wegen des Zitierens eines Zeitungsbeitrags über das angebliche Gemunkel in Berlin eine sogenannte Unterlassungsverpflichtungserklärung abzugeben. Jauchs Anwalt hätte damals allerdings abgelehnt. Am 18. Dezember 2011 hatte Günther Jauch in seiner ARD-Talkshow die Berichterstattung der "Berliner Zeitung" in seine Sendung gebracht. 

Durch die Klage gegen Google solle nun verhindert werden, dass bei Eingabe des Namens 'Bettina Wulff' in der Suchzeile durch die sogenannte Autocomplete-Funktion auch Begriffe wie 'Rotlichtvergangenheit' oder 'Escort' auftauchen.

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