Joachim Gauck beim Theodor-Wolff-Preis: "Im Internet kann jeder posten und pesten, wie er will"

 

Am Mittwochabend wurde der Theodor-Wolff-Preis in Berlin zum 50. Mal verliehen. Anlässlich des Jubiläums hielt Bundespräsident Joachim Gauck die Laudatio auf die fünf Gewinner, zu denen auch "Zeit"-Autor Harald Martenstein gehörte. Gauck hob in seiner Rede die Bedeutung der freien Presse hervor."Wir können ohne sie kein wahrhaftiges Bild von der Wirklichkeit gewinnen, die uns umgibt", sagte er laut dapd. 

Am Mittwochabend wurde der Theodor-Wolff-Preis zum 50. Mal verliehen. Anlässlich des Jubiläums hielt Bundespräsident Joachim Gauck die Laudatio auf die fünf Gewinner. Er hob in seiner Rede vor den rund 300 Zuschauern die Bedeutung der freien Presse hervor. "Wir können ohne sie kein wahrhaftiges Bild von der Wirklichkeit gewinnen, die uns umgibt", sagte er laut dapd. Eine unfreie Presse wie die in der DDR sei "Gift für die Gesellschaft".

Zudem hob Gauck die Bedeutung des Qualitätsjournalismus hervor. Dieser zeichne sich durch Sachkenntnis, Wahrhaftigkeit sowie die Trennung von Meinung und Bericht aus. Er sei ein Gegengewicht zum "Meinungs-Tsunami" im Internet. Dort könne jeder "posten und pesten", was er wolle. Gleichzeitig trüge das Internet auch zu einem "herschaftsfreien Diskurs" bei. "Ich hätte mir gewünscht, wir hätten das 1989 auch schon gehabt", so Gauck.

Gastgeber der Veranstaltung in Berlin war in diesem Jahr die Axel Springer AG. Deren Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner sagte in seiner Rede, dass der professionelle Journalismus nicht durch das Internet bedroht werde und auch in Zukunft nicht überflüssig sei. Inhalte von Nutzern seien zwar eine Ergänzung, aber kein Ersatz für den Journalismus. Für den Zeitungsjournalismus sagte er eine "hervorragende Zukunft" voraus.

Die Gewinner des diesjährigen Theodor-Wolff-Preises wurden bereits im Mai 2012 bekannt gegeben. "Zeit"-Autor Harald Martenstein wurde in der Kategorie Kommentar/Glosse/Essay ausgezeichnet. In der Kategorie Allgemeines erhielten Alexander Gorkow von der "Süddeutschen Zeitung" und Volker Zastrow von der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" die Trophäe. Lars Fischer von der "Wümme-Zeitung" und Philip Cassier von der "Berliner Morgenpost" gewannen in der Kategorie Lokales (kress.de vom 16. Mai 2012). Der Theodor-Wolff-Preis ist jeweils mit 6.000 Euro dotiert. Die prämierten Texte und die Bewertung der Jury sind hier nachzulesen.

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