NSU-Terrorist war 2001 zufällig im Film zu sehen: Kölner "Tatort" zeigte Fahndungsfoto von Uwe Mundlos

 

Die schockierende Geschichte der NSU-Terrorzelle aus Zwickau ist um eine weitere bizarre Wendung reicher: Wie "Spiegel Online" herausfand, hatte es der mittlerweile verstorbene rechtsextremistische Attentäter Uwe Mundlos in den 2001 erstausgestrahlten Krimi "Tatort: Bestien" geschafft.

Die schockierende Geschichte der NSU-Terrorzelle aus Zwickau ist um eine weitere bizarre Wendung reicher: Wie "Spiegel Online" herausfand, hatte es der mittlerweile verstorbene rechtsextremistische Attentäter Uwe Mundlos in den 2001 erstausgestrahlten Krimi "Tatort: Bestien" geschafft.

Erstmalig gezeigt wurde der Film mit den Kölner Ermittlern Max Ballauf (Klaus J. Behrend) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) am 25. November 2001. Produziert wurde der Film, der eigentlich von der Verhaftung eines Vergewaltigers und Mörders erzählt, der von der Mutter des Opfers getötet wird, von der Produktionsfirma Colonia Media.

In einer Passage spielen Fahndungsfotos von möglichen Verdächtigen - in der Fiktion angeblich allesamt Sexualverbrecher - eine wichtige Rolle. Auf einer Abbildung ist der spätere NSU-Terrorist Uwe Mundlos zu sehen. Sein Schwarzweiß-Foto, das im Krimi zu sehen ist, war bereits im Februar 1998 vom Landeskriminalamt Thüringen veröffentlicht worden. Mundlos wurde damals, zusammen mit seinen späteren Kompagnons Uwe Schädlich und der heute inhaftierten Beate Zschäpe wegen der "Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens im Bereich Jena" gesucht wurden. 

Wie eine Colonia-Media-Produzentein "Spiegel Online" versicherte, sei das reale Mundlos-Foto durch einen Zufall in die Filmaufnahmen geraten. Eine Praktikantin, die Requisiten vorbereitete, hatte aus realem Recherchematerial offenbar "Phantasieakten" erstellt. "Die junge Mitarbeiterin ist wohl davon ausgegangen, dass es sich um ein Foto eines Mitarbeiters gehandelt hat", zitiert "Spiegel Online" die Produzentin. Oft verwenden Filmfirmen derartige Mitarbeiter-Fotos für Fake-Akten. In diesem Fall nicht.

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