Zeitschriftenverleger zum Leistungsschutzrecht: Andere Branchen würden besser geschützt

18.09.2012
 

Stephan Scherzer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger, weist in dem dapd-Gastbeitrag "Wiederherstellung der Rechtmäßigkeit" Befürchtungen zurück, das Leistungsschutzrecht für Presseverlage greife zu stark in Freiheitsrechte ein.

Die Zeitschriftenverleger weisen Befürchtungen zurück, das Leistungsschutzrecht für Presseverlage greife zu stark in Freiheitsrechte ein. "Das Lesen, Ausdrucken und Speichern von Online-Inhalten bleibt wie bisher erlaubt - dies gilt für private wie gewerbliche Nutzer." Auch das Zitieren und Verlinken sei nach wie vor uneingeschränkt möglich, erklärte VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer in dem Gastbeitrag "Wiederherstellung der Rechtmäßigkeit" für dapd. Von einer Bedrohung der Freiheit im Internet oder gar der Meinungsvielfalt könne nicht die Rede sein.

Das geplante Leistungsschutzrecht bleibt nach Einschätzung Scherzers sogar hinter dem Schutz anderer Branchen zurück. "So sind gewerbliche Vervielfältigungen von Presseprodukten oder die gewerbliche Veröffentlichung in internen oder externen Unternehmensangeboten nicht geschützt". Dennoch begrüße der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger den Gesetzentwurf der Bundesregierung mit Nachdruck.

Das Bundeskabinett hat jüngst einen Gesetzentwurf beschlossen, nach dem Suchmaschinenbetreiber und ähnliche Anbieter künftig für die gewerbliche Nutzung von Verlagsinhalten im Internet zur Kasse gebeten werden sollen. Die Pläne waren in den vergangenen Monaten heftig umstritten und wurden vom federführenden Justizministerium mehrmals geändert.

Zum Auftakt der dapd-Serie hatte der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Helmut Heinen, das Leistungsschutzrecht verteidigt. Wer ohne Genehmigung Presseinhalte kopiere, um damit Werbung zu verkaufen oder andere Geschäfte zu machen, müsse eine Lizenz erwerben, betonte er. Privatpersonen seien für eine normale Internetnutzung ausgenommen.

Google-Sprecher Kay Oberbeck warnte dagegen vor einem "systemfremden und weltweit beispiellosen Eingriff in die Architektur des Internets".Der Präsident des Branchenverbands Bitkom, Dieter Kempf, rief die Medienhäuser auf, sich der Zukunft zu stellen: "Die Verlage wären gut beraten, ihre Anstrengungen nach vorne zu richten und sich voll und ganz auf die digitalen Geschäftsmodelle der Zukunft zu konzentrieren."

Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes, Michael Konken, forderte eine Beteiligung der Urheber und urteilte: "Ein solches Leistungsschutzrecht dient nicht den Interessen der Journalisten." Piratenparteichef Bernd Schlömer hatte davor gewarnt, dass die Meinungsvielfalt stark eingeschränkt und die Recherchearbeit für Wissenschaftler und Journalisten erschwert werde.

Ihre Kommentare
Kopf

boing

18.09.2012
!

Die Verlage in Deutschland konnten nach dem Krieg in einem wettbewerbsarmen Umfeld ihren Markt unter sich aufteilen, ja sie konnten den Markt sogar "mache - eine historische Ausnahmesituation, die sich nicht wiederholt. Die Clans, denen die deutschen Medien gehören, kommen nun erstmals ernsthaft unter Wettbewerbsdruck und suchen den Weg über die Politik. Das ist verständlich, wird aber am Ende nichts nutzen. Der Markt wird es regeln und der steht auf der Seite von Google, Apple, Facebook & Co.


B. Leicht

B. Leicht

Lite Music Productions

18.09.2012
!

Nee, der Markt steht auf der Seite von Halberwachsenen und der Zielgruppe Nr. 1:

Teenies und Youngsters ab 20+, die gierig auf die neuesten digitalen Spielereien warten. Dabei wird immer vergessen, dass alles, was im Internet veröffentlicht wird, auch mein digitales Geschreibsel, keine echte Kommunikation ist. Es ist und bleibt eine zweidimensionale Illusion.


B. Leicht

B. Leicht

Lite Music Productions

18.09.2012
!

P.S. -- Und Herrn Oberbeck kann ich nur raten, seine verschiedenen Plattformen Google+, YouTube und Blogspot/ Blogger so abzusichern, dass jegliche unerwünschte "Kommunikation", z.B. das Nachäffen von anderen unterbunden wird.

Auch das multiple Eröffnen und Wiedereinloggen nachdem man bereits gelöscht wurde, muss deutlich erschwert werden.

Wenn Sie, Google, es wirklich ernst meinen, Herr Oberbeck, dann verteidigen Sie Ihre Kunden, anstatt ihnen übers Maul zu fahren oder sie zu ignorieren.


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