Kein Käufer gefunden: Oschmann stellt Nürnberger "Abendzeitung" ein

 

Der Nürnberger Verleger Gunther Oschmann hat keinen Käufer für die defizitäre Nürnberger Ausgabe der "Abendzeitung" gefunden: Er stellt das Blatt ein.

Der Nürnberger Verleger Gunther Oschmann hat keinen Käufer für die defizitäre Nürnberger Ausgabe der "Abendzeitung" gefunden: Er stellt das Blatt ein. Die letzte Ausgabe soll am Samstag erscheinen. Von der Einstellung sind nach Unternehmensangaben 35 Mitarbeiter betroffen.

Die Einstellung der Zeitung sei eine "äußerst bedauerliche und schmerzhafte Entscheidung", schreibt Geschäftsführer Roland Finn in einer Stellungnahme. "Leider haben unsere Anstrengungen, das Blatt mit neuem Leben zu füllen, Leser und Anzeigenkunden nicht so überzeugt, wie wir uns das erhofft hatten." Auch Sondermaßnahmen, mit denen zusätzliche Leser gewonnen werden konnten, hätten "bei weitem nicht für eine wirtschaftliche Gestaltung (ausgereicht)". Finn stellt die Frage, "ob sich angesichts der sich verändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen das Geschäftsmodell eines regionalen Boulevardblattes in Zukunft überhaupt wirtschaftlich gestalten lässt".

Die prekäre Lage in Nürnberg und Oschmanns Verkaufsbemühungen sind vergangene Woche publik geworden (kress.de vom 20. September 2012). Der Herr über Radio- und TV-Beteiligungen, Telefonbuch- und Kinderbuchverlage (Tessloff) hatte die Nürnberger Ausgabe der Boulevardzeitung im Februar 2010 von der Münchner Verlegerfamilie Friedmann übernommen und nach und nach fast alle Verbindungen zum Stammsitz gekappt. Im Jahr darauf ließ er das Nürnberger Blatt überarbeiten, stellte weitere Redakteure ein und baute eine eigene Vollredaktion auf. Die Zahl der verkauften Exemplare sank trotz Übernahme und Relaunch weiter und betrug zuletzt 13.837 (IVW 2/2012).

Die Münchner "Abendzeitung" ist von den Ereignissen in Nürnberg unberührt. Ihre Auflage betrug zuletzt 115.932 verkaufte Exemplare.

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