dapd stehe "harte Sanierung" bevor: Vorderwülbecke gibt ZDF Mitschuld an Insolvenz

 

Am Dienstag hatte Martin Vorderwülbecke auf einer Betriebsversammlung über das Insolvenzverfahren der dapd nachrichtenagentur GmbH und der dapd nachrichten GmbH informiert. Zur Entscheidung, Insolvenz anzumelden, habe vor allem ein Gespräch mit dem ZDF beigetragen, sagte der Investor und Ex-Geschäftsführer. Zuletzt hätten die Gesellschaften mehr als eine Mio Euro im Monat Verlust gemacht, berichtet "ftd.de". 

Am Dienstag hatte Martin Vorderwülbecke auf einer Betriebsversammlung über das Insolvenzverfahren der dapd nachrichtenagentur GmbH und der dapd nachrichten GmbH informiert (kress.de vom 2. Oktober 2012). Der Agentur stünde eine harte Sanierung bevor, sagte der ehemalige Geschäftsführer und Investor.

Zuletzt hätten die Gesellschaften mehr als eine Mio Euro im Monat Verlust gemacht, berichtet "ftd.de". Laut Vorderwülbecke haben er und Mit-Investor Peter Löw diese Summe aus ihrem Privatvermögen zuschießen müssen. Die aus 26 Gesellschaften bestehende dapd-Gruppe sei zwar in der Summe leicht profitabel, das Nachrichtenagentur-Kerngeschäft schreibe aber rote Zahlen.

Als Gründe für die Zahlungsunfähigkeit nannte Vorderwülbecke, der seinen Posten als Geschäftsführer mit sofortiger Wirkung niederlegte, dass die Agentur unter der Verteilung der Subventionen leide. Die AFP, die auch auf dem deutschen Markt agiert, erhalte Millionen Euro vom französischen Staat. Während das Bundespresseamt der dpa 2,8 Mio Euro im Jahr zahle, erhalte die dapd nur 1,6 Mio Euro. Das sei ungerecht, so Vorderwülbecke laut "newsroom.de".

Zudem profitiere die dpa von den üppigen Zahlungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Ausschlaggebend für die Entscheidung, Insolvenz anzumelden, sei ein Gespräch mit dem ZDF gewesen. Der Sender habe Vorderwülbecke mitgeteilt, dass man nicht mehr als 500.000 Euro für die Dienste zahlen werde. dpa erhalte hingegen fünf Mio Euro. "Gegen solche Konkurrenten können wir nicht ankommen", so Vorderwülbecke laut "newsroom.de".

Das Insolvenzverfahren bedeute aber nicht zwangsläufig das Aus der Agentur. Das Verfahren in Eigenverwaltung biete die Chancen, sich von Altlasten zu befreien, so Vorderwülbecke. Dass er und Löw den Geldhahn zudrehten habe nichts damit zu tun, dass man nicht mehr an das Team glaube. Die Agentur brauche nun eine "harte Sanierung", beispielsweise durch weitere Teilhaber. Laut "FTD" sagte der neue dapd-Geschäftsführer Wolf von der Fecht, dass sich bereits "viele Interessenten" gemeldet hätten. Er teilte mit, dass man sich alle Kosten ansehen werde, die nicht mitarbeiterbezogen seien, kündigte aber an, dass man sich auch mit der Personalstruktur beschäftigen müsse, da die Kosten der Agentur im Verhältnis zum Umsatz zu hoch seien.

Insolvenzantrag laut DJV "zynisch und eiskalt"

Der DJV kritisiert, dass die dapd-Investoren bei ihrer seit Ende 2009 verfolgten Expansionspolitik offenbar bewusst ein Risiko für die vorhandenen Arbeitsplätze eingegangen seien. "Für mich ist klar, dass die Investoren die Schieflage schon vor Wochen erkennen konnten. Wie kann man in so einer Situation auch noch Leute einstellen und ihnen eine Perspektive vorgaukeln?", sagte DJV-Vorsitzender Michael Konken. Dass die beiden Investoren jetzt Insolvenz anmeldeten, mute zynisch und eiskalt an. Konken appellierte an den neuen Geschäftsführer, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten.

Rund 300 Mitarbeiter sind von der Insolvenz betroffen. Sie erhalten rückwirkend das Gehalt für den Monat September über das staatliche Insolvenzgeld. Bis November hat der neue Geschäftsführer Zeit, eine neue Lösung zu finden.   

Ihre Kommentare
Kopf

Theodor Fruendt

04.10.2012
!

Das Problem ist das niemand auch nun ansatzweise die Deutsche Heilige Kuh, diese DPA, schlachten will, - eine Agentur die quasi mit der Kontrolle über Server national eine unvergleichliche Monopolstellung einnimmt und trotzdem vom BuPA Mittel erhält. Ohne signifikante Konkurrenz wird das Angebot dieser international vollkommen unbedeutenden DPA noch für deutsche Medien noch schlechter. Am schlimmsten ist das bedenkliche Verständnis bei der Verwendung der Nutzungsrechte der DPA.


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