Agentur forderte Verdopplung des Honorars: dapd soll ZDF mit Klage gedroht haben

 

Der Streit zwischen dapd und dem ZDF geht weiter. Wie der "Spiegel" berichtet, soll dapd-Investor Martin Vorderwülbecke dem Sender bei Gesprächen über eine Vertragsverlängerung mit Klage gedroht haben. 

Der Streit zwischen dapd und dem ZDF geht weiter. Wie der "Spiegel" berichtet, soll dapd-Investor Martin Vorderwülbecke dem Sender bei Gesprächen über eine Vertragsverlängerung mit Klage gedroht haben.

Dazu schrieb dapd-Beirat Wilfried Scharnagel an ZDF-Intendant Thomas Bellut (Foto) einen Brief, in dem er ein höheres Honorar für die Agentur forderte. Obwohl der Sender eine "moderate Erhöhung" in Aussicht gestellt haben soll, habe dapd eine Verdopplung der Summe gefordert. "Die Vorstellung von Herrn Vorderwülbecke über eine Steigerung der Vergütung war verblüffend hoch", wird Bellut zitiert.

Vorderwülbecke hatte laut "newsroom.de" gesagt, dass ein Gespräch mit dem ZDF zur Entscheidung der Investoren beigetragen habe, den Antrag auf Insolvenz zu stellen. Der Sender habe nicht mehr als 500.000 Euro für die dapd-Dienste zahlen wollen, während die dpa vom ZDF fünf Mio. Euro erhalte (kress.de vom 4. Oktober 2012).

Wie der "Spiegel" weiter schreibt, hatte die Agentur darüber hinaus eine Klage gegen das Bundesinnenministerium angestrengt. Es ging dabei um einen Auftrag in der Höhe von zwei Mio. Euro, der ohne Ausschreibung an eine dpa-Tochter vergeben wurde. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte die Vergabe als rechtens eingestuft. Zudem soll Vorderwülbecke mit Innenminister Hans-Peter Friedrich gesprochen haben, jedoch ohne Erfolg.

Der neue Geschäftsführer Wolf von der Fecht sagte, dass die Glaubwürdigkeit der Nachrichtenagentur durch die Insolvenz angeschlagen sei. "Wir können den Markt nicht ändern, sondern müssen ihn nehmen, wie der ist." Um der dpa Konkurrenz zu machen, brauche es einen Investor und eine neue Richtung. "Dasselbe wie die dpa zu machen, nur billiger, geht nicht." Man könne den Markt nicht ändern, sondern müsse ihn nehmen, wie er ist, so von der Fecht.

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