Digitaler "Spiegel" jetzt 50 Cent teurer: Apple überrascht Verlage mit höheren App-Preisen

26.10.2012
 

Apple überrascht App-Anbieter und Kunden in Europa mit einer Preiserhöhung. Rund zehn Prozent mehr müssen iOS- und Mac-Nutzer ab sofort beim Einzelkauf bezahlen. Die digitalen Einzelausgaben des "Spiegel" und der "Zeit" kosten so beispielsweise im App Store 4,49 Euro statt wie bisher 3,99 Euro.

Apple überrascht App-Anbieter und Kunden in Europa mit einer Preiserhöhung. Rund zehn Prozent mehr müssen iOS- und Mac-Nutzer ab sofort beim Einzelkauf bezahlen. Die digitalen Einzelausgaben des "Spiegel" und der "Zeit" kosten so beispielsweise im App Store 4,49 Euro statt wie bisher 3,99 Euro.

Die neuen Preisstufen in der Übersicht:

alt: 0,79 Euro - neu: 0,89 Euro

1,59 Euro - 1,79 Euro

2,39 Euro - 2,69 Euro

2,99 Euro - 3,59 Euro

3,99 Euro - 4,49 Euro

4,99 Euro - 5,49 Euro

5,99 Euro - 6,99 Euro

6,99 Euro - 7,99 Euro

7,99 Euro - 8,99 Euro

8,99 Euro - 9,99 Euro

9,99 Euro - 10,99 Euro

"FR" setzt Abopreis zurück, "Spiegel" gibt Usern einen Tipp

Die "Frankfurter Rundschau", die mit ihrer Tablet-App sehr erfolgreich ist, hat so auf die Änderungen reagiert: 

In eigener Sache: Leider ist auch die Tablet-Ausgabe der Frankfurter Rundschau in der Nacht von der unangekündigten Preiserhöhung im Einzelverkauf und der automatischen Anpassung der iTunes-Abopreise betroffen gewesen. Der Abopreis via iTunes ist bereits von uns auf den alten Wert zurückgesetzt worden. Am Einzelverkaufspreis können wir leider nichts ändern.

Der "Spiegel" empfiehlt folgendes Vorgehen:

Eine Ausgabe des SPIEGEL kostet im App Store nun 4,49 Euro statt wie bisher 3,99 Euro. Für die Web- und Android-Ausgabe ändert sich der alte Preis nicht, ebenso bleiben die Abo-Preise unverändert. Ausgaben, die über die Web-App oder Google Play gekauft werden, können auch mit den Apps für iPad und iPhone gelesen werden, da der Kauf unabhängig von der Plattform ist.

"iPad-Magazine nun teurer als Printvarianten"

Die Verlage müssen nun entscheiden, ob sie mit ihren Apps in eine günstiger Preisstufe gehen oder ihrer Kundschaft eine deutliche Preiserhöhung erklären. "Golem.de" weist daraufhin, dass iPad-Magazine nun plötzlich teurer als ihre Printvarianten sein könnten. Weil Apple die Entwickler von der Anpassung nicht vorab informiert hat. Erst nachträglich bekamen sie eine E-Mail, berichtet der "Spiegel". Die Verlage und andere Anbieter wissen aber, dass Apple die Regeln einseitig vorgibt.

Von Apple gibt es bislang keine Aussage zum Preisanstieg. Branchenkenner vermuten, dass es sich um eine Währungsanpassung handelt - also, dass Apple  auf den schwächelnden Euro reagiert hat, um seine Marge stabil zu halten.

"Inakzeptabler Eingriff in die Preishoheit der Verlage"

Apples Preis-Überfall schadet Kunden und Anbietern, darüber sind sich der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) einig. "Die nicht angekündigten deutlichen Preiserhöhungen von Apple für die Angebote im App-Store und iTunes-Store wirken sich als inakzeptabler Eingriff in die Preishoheit der Verlage aus, der ihrem wachsenden Mobile-Geschäft schadet und sich über die Kunden-Interessen hinwegsetzt", erklärten die Sprecher vom BDZV und VDZ in Berlin.

"Die zum Teil erhebliche Erhöhung der Preise hat die Kunden bereits irritiert und bringt das auch gegenüber den entsprechenden Print-Produkten austarierte Preisniveau erheblich durcheinander", kritisieren die Verlegerverbände weiter.

Apples Vorgehen dem aufgebauten Vertrauen der Verlage zu Apple als Marktpartner und widerspricht Apples Rolle als Unterstützer von Paid-Content-Strategien. Zum Glück gebe es vor diesem Hintergrund weitere interessante Geschäftspartner im App-Markt.

Ihre Kommentare
Kopf
Pierre Strubelt

Pierre Strubelt

SDV - Die Medien AG
Marketing / Sales

26.10.2012
!

Ich finde es absolut nicht schlimm, dass Apple nun nach vielen Jahren die Preise korrigiert. Eigentlich korrigieren sie die ja auch nicht. Denn jeder Entwickler kann seine Preise festlegen.

Lediglich die vorgegebenen Steps wurden angepasst. Und das ist, in Anbetracht der Wechselkurse der letzten Jahre, durchaus angebracht.

Dass Apple die Entwickler vorher nicht informiert ist dennoch unschön.


Mathieu

26.10.2012
!

Die Verlage wollten es ja so, in dem sie voll auf Apples geschlossenes System setzten und jetzt zum wiederholten Mal die "Rechnung" präsentiert kriegen. Apple übt nicht nur Zensur aus, sondern nimmt den Verlagen die Preisgestaltung quasi aus der Hand. Wenn das nicht schlimm ist, dann weiß ich auch nicht mehr!


humbi

26.10.2012
!

APPLE!
Ich könnte kotzen. Diese scheinheiligen Moralisten.
Wer damals in den 80ern den "Big Brother Werbespot" von Apple gesehen hat, weiß was ich meine.
Kampf gegen die böse MSoft Übermacht.
Jetzt steht Apple genau da, wo sie MS angeprangert haben.
Allmächtig - gute Nacht Apple - das war´s.


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