Welte klopft bei Hearst an: Burda will Lizenzen für "Harper's Bazaar" und "Esquire"

 

Er war schon häufig in New York - und bald fährt er wieder hin: Burda-Vorstand Philipp Welte (Foto) will dort Ende November beim Verlag Hearst vorsprechen, um Lizenzen der Frauenzeitschrift "Harper's Bazaar" und des Männermagazins "Esquire" zu ergattern. Der Medienmanager bestätigte dem Fachblatt "w&v" diese seine Absicht:

Er war schon häufig in New York - und bald fährt er wieder hin: Burda-Vorstand Philipp Welte will dort Ende November beim Verlag Hearst vorsprechen, um Lizenzen der Frauenzeitschrift "Harper's Bazaar" und des Männermagazins "Esquire" zu ergattern. Der Medienmanager bestätigte dem Fachblatt "w&v" diese seine Absicht: Die beiden Titel gehörten zu den "weltweit wichtigsten Medienmarken", mit ihnen könne Burda sein Markenportfolio in Deutschland "sinnvoll erweitern".

Burda und die US-Boys arbeiten bereits eng zusammen: Hearst hat 2011 das internationale Geschäft von Lagardère übernommen und hält jetzt 50% am deutschen Elle-Verlag (kress.de vom 1. Juni 2011). Die andere Hälfte gehört Burda. Das Interesse von Burda an Lizenzausgaben war bekannt, doch in diesem Jahr hatte das Verlagshaus zunächst dem selbst entwickelten Titel "Cover" den Vorzug gegenüber "Harper's Bazaar" gegeben (kress.de vom 13. Februar 2012).

"Die Zeiten friedlicher Koexistenz sind vorbei"

Burda-Vorstand Welte hat sich unterdessen im Vorfeld des VDZ-Publishers' Summit auch zur Lage der Branche insgesamt geäußert. Im Interview mit "Horizont" entwarf er ein martialisches Bild vom Wettbewerb zwischen Print und TV: Die TV-Konzerne wollten den Verlagen "in der niedrigsten Gangart mit aller Gewalt Marktanteile abjagen". sagte er. "Das heißt brutale Rabatte, brutale Preismodelle. Die Zeiten friedlicher Koexistenz zwischen Fernsehen und Print sind vorbei, seit die digitalen Godzillas auf unseren Märkten wüten. Da läuft gerade wirklich ein knallharter Film ab."

"Panzer im Vorgarten"

Geht es noch ein bisschen kriegerischer? Klar! Welte forderte das eigene Lager zu mehr Kooperation angesichts des, nun ja, starken Gegners auf: "Da rollen die Panzer der TV-Vermarkter völlig ungestraft durch unseren Vorgarten und versuchen, uns aus dem Markt zu bomben - und wir stehen da und winken mit dem Palmwedel. Wir müssen lernen, uns gemeinsam zu verteidigen, und den Mut haben, unsere Stärken auch zu zeigen."

Welte kritisierte allerdings "große Weggefährten", die die Zukunft von Print in Zweifel zögen und nicht sähen, "was für ein lebendiger, großartiger Markt das ist". Burda habe seine Rendite im deutschen Verlagsgeschäft "signifikant gesteigert" und werde 2012 wahrscheinlich das "historisch beste Ergebnis" erzielen. Welte regte an, dass sich der Publishers' Summit in Zukunft deutlicher zu einer "Leistungsshow der Verlage" entwickeln könne: Die Idee eines "Magazine Marketing Days" sei "leider völlig im Nirwana verschwunden".

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.