Schlagabtausch abseits der Studiobühne: Raab findet Lammert-Kritik "unerhört" und "absurd"

10.11.2012
 

Stefan Raab hat die scharfe Kritik von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) an seiner neuen ProSieben-Talkshow "Absolute Mehrheit" im Interview mit der "SZ" ebenso scharf zurückgewiesen: "Einige in der Politik versuchen hier offenbar etwas zu verhindern, das sie mit ihren alten Mechanismen nicht beherrschen und kontrollieren können."

Stefan Raab hat die scharfe Kritik von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) an seiner neuen ProSieben-Talkshow "Absolute Mehrheit" (CDU) im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagsausgabe) ebenso scharf zurückgewiesen: "Einige in der Politik versuchen hier offenbar etwas zu verhindern, das sie mit ihren alten Mechanismen nicht beherrschen und kontrollieren können."

Lammert hatte zuvor in einem Interview mit dem "Westfalen-Blatt" Raabs Konzept als "absoluten Unfug" bezeichnet und gesagt: "Wer Geld für Meinungen aussetzt, bestellt Meinungen für Geld."

"Meinungen für Geld werden am laufenden Band bestellt"

Raab bezeichnete es gegenüber der "SZ" als "unerhört", dass Lammert in dieser Form über eine Sendung urteile, die das Ziel habe, junge Menschen wieder für die politische Diskussion zu begeistern. Noch dazu, ohne sie gesehen zu haben. Den Vorwurf, durch das Preisgeld Meinungen zu kaufen, wies Raab als absurd zurück. Und schob den Hinwies nach, "Meinungen für Geld werden am laufenden Band bestellt, nämlich immer dann, wenn ein Politiker einen bezahlten Vortrag hält, wogegen ich grundsätzlich nichts habe."

Raab empfahl dem CDU-Politiker, sich die Sendung am Sonntag (ab 22:45 Uhr) erst einmal anzuschauen und dann "am Montag nochmal Stellung zu nehmen". Unterstützung erhält Raab von Medienwissenschaftler Bernd Gäbler, der die Sendung für "innovativ und für eine mögliche Konkurrenz zu den öffentlich-rechtlichen Sendern" hält.

"Öffentlich-rechtliche Talkshowschmusekurs ist vorbei"

Auch von Bundesumweltminister Peter Altmaier, der wegen der Gästeliste kurzfristig absagte, will sich Raab nicht den schwarzen Peter zuschieben lassen: "Wir müssen nichts lernen, meine Redaktion und ich verstehen unseren Job. Manche Politiker und ihre Referenten müssen lernen, dass der öffentlich-rechtliche Talkshowschmusekurs, wonach alle Sendungen schön paritätisch unter Absegnung und Koordination mit irgendwelchen Gremien besetzt werden vorbei ist." Diejenigen, die in der ersten Sendung dabei seien, hätten auf jeden Fall seinen Respekt, so Raab. Der zudem klarstellt, dass kein Gast bei "Absolute Mehrheit" ein Erscheinen an irgendwelche Forderungen knüpfen würde und die Besetzung sei natürlich eine rein redaktionelle Entscheidung. "Was ich jedenfalls gelernt habe ist, dass es in diesem Metier vollkommen üblich ist, in letzter Sekunde abzusagen. Da muss man immer eine Reserveliste in der Schublade haben." Für Peter Altmaier springt Michael Fuchs MdB (CDU, stellvertretender Fraktionsvorsitzender) ein  (kress.de vom 9. November 2012).

Ihre Kommentare
Kopf

AKS

11.11.2012
!

Wo der Raab Recht hat, hat er Recht: Lammert & die Kaste der Politiker sollten mal schön den Ball flach halten, angesichts teuer (und sogar aus öffentlichen Kassen!) bezahlter Politiker-Vorträge, angesichts von Politiker-Einmischerei in redaktionelle Angelegenheiten des Fernsehens! Wer sich von unseren "Demokratievertretern" nicht in Raabs Arena wagt, der soll es eben bleiben lassen. Entweder stirbt die Sendung durch Gästemangel - oder das Mandat des Einzelnen eines Tages am Wählermangel...


Kai-Oliver Savic

12.11.2012
!

Die Herren Politiker fürchten doch nur, dass jemand wie Herr Raab die modernen Medien deutlich besser versteht und anwendet, als Sie es je können werden.

Die Kritik darf Herr bRaab gerne als kompliment verstehen.


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