Noch kein Kompromiss im Kabel-Streit: KDG droht ARD- und ZDF-Sendern mit dem Rausschmiss

 

Die Zeit wird knapp, sich doch noch gütig zu eignen. Im schon länger geführten Zwist zwischen ARD und ZDF mit Kabel Deutschland lässt der Netzbetreiber jetzt mal wieder die Muskeln spielen. KDG-Boss Adrian von Hammerstein droht den Öffentlich-Rechtlichen nun mit einem Ultimatum.

Die Zeit wird knapp, sich doch noch gütig zu eignen. Im schon länger geführten Zwist zwischen ARD und ZDF mit Kabel Deutschland (kress.de vom 30. Juli 2012) lässt der Netzbetreiber jetzt mal wieder die Muskeln spielen. KDG-Boss Adrian von Hammerstein droht den Öffentlich-Rechtlichen nun mit einem Ultimatum.

"Sollten wir bis zum neuen Jahr keine Lösung finden, müssen wir unser Leistungsspektrum für die öffentlich-rechtlichen Sender überprüfen", zitiert die "FTD" den Netz-Chef. Er will (und kann) nicht hinnehmen, dass die Senderfamilien wie angekündigt ab nächsten Jahr keine Einspeisegebühren für die Verbreitung ihrer Programme in den KDG-Netzen mehr zahlen wollen.

Die ARD- und ZDF-Juristen berufen sich auf die gesetzliche Pflicht der Kabelanbieter, die öffentlich-rechtlichen Angebote zu verbreiten. Allerdings gibt es Diskussionsbedarf darüber, wie vielen von den bislang 22 digitalen und den jeweils mindestens sieben ARD- und ZDF-Kanälen tatsächlich von der KDG ins Land gebracht werden müssen. So überträgt die KDG bislang einige Angebot offenbar mehr oder weniger freiwillig - etwa analoge dritte Programm außerhalb ihres eigentlichen Sendegebiets. Vor dem angekündigten Zahlungsstopp entrichteten ARD und ZDF Gebühren in Höhe von rund 27 Mio Euro an die KDG. 

"Wir sind von unserer Rechtsposition überzeugt, nämlich, dass unsere Einspeiseleistung angemessen vergütet werden muss", lässt sich von Hammerstein in der "FTD" zitieren. Sollten sich ARD und ZDF mit ihren Forderungen durchsetzen können - aktuell laufen bereits Klagen an mehreren Gerichten gegen den Zahlungsstopp -, fürchtet die KDG eine negative Signalwirkung. Künftig könnten auch die Privatsender das Fass mit den Einspeisegebühren wieder aufmachen - und  Nachlässe einfordern.

Laut aktuellen Zahlen erhält die KDG jährlich bislang rund 100 Mio Euro an Einspeisegebühren. Diese wurden einst eingeführt, um den Netzausbau voranzutreiben. Auch heute steigt angesichts des Booms bei Pay- und HD-Programmen die Nachfrage nach Übertragungskapazität stetig.

Ihre Kommentare
Kopf
Wolfgang Messer

Wolfgang Messer

- Freiberuflich tätig -
TV-Sprecher, Blogger und Redakteur

12.11.2012
!

Das Problem ist noch umfassender und betrifft de jure fast *alle* Sender. Die LFK schrieb mir:
"Im Landesmediengesetz in Baden-Württemberg sind explizit nur die so genannten Nicht Kommerziellen Lokalradios (NKL) von entsprechenden Einspeiseentgelten ausgenommen."
siehe: http://fastvoice.net/2012/06/29/kabel-tv-must-carry-muss-nicht-viel-heisen/

Die Kabelgesellschaften berufen sich auf einen "Kontrahierungszwang" für alle anderen:
http://fastvoice.net/2012/07/31/kabel-streit-bald-vor-gericht/


Guenter Yogi Lauke

12.11.2012
!

Mir doch EGAL! Ich hab ne Schüssel!


Hans Dampf

12.11.2012
!

Ja klasse, und ausgetragen wird das Ganze wie schon bei den Aufnahmesperren der HD-Programme der RTL-Sendergruppe im KDG-Netz wieder auf dem Rücken der Kunden.

Ich trau mir wetten, dass das Erste was KDG kippt wieder die HD-Kanäle der ÖR sind und die Dummen sind immer die die sich nicht wehren können.

Wenn ich dran denke, dass ich als Mieter noch nichtmal ne Wahl habe, ob ich Kabel oder Satellit nutzen will, dann möchte ich regelmäßig kotzen.


Peter F. Meyer

12.11.2012
!

Es ist schlichtweg eine Frechheit, dass hier mal wieder das Spielen mit den Muskeln auf dem Rücken der zahlenden Bevölkerung ausgetragen werden soll. Auch mit Schüssel wird bald sicher gezahlt. Und wer weiß, ob nicht auch die Schüsselbetreibergesellschaft (kurz, SchüBG) hier noch ausholen wird. Ich werde jedenfalls jetzt sowohl meinen Kabelvertrag als auch den mit den Öffentlich-rechtlichen kündigen...


Lauck

12.11.2012
!

Es gibt zwei Szenarien: Massenkündigung und Analogabschaltung. Beides steht weder KDG noch UMKBW gut zu Gesicht. Ich bin Kunde bei UMKBW. Herr Schüler versucht, wenigstens einen Kompromiss herauszuholen. Aber Herr von Hammerstein stellt gleich ein Ultimatum. Mal schaun, wie´s nausgeht.


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