Betriebsversammlungen in Berlin und Frankfurt: "Frankfurter Rundschau" beantragt Insolvenzverfahren

 

Alarm in Frankfurt und Berlin: Bei der "Frankfurter Rundschau" und bei der "Berliner Zeitung" sind für heute, 15 Uhr, Mitarbeiterversammlungen angesetzt. Die Beschäftigten rechnen mit dem Schlimmsten. Ein Sprecher von Mehrheitsgesellschafter M. DuMont Schauberg (MDS) wollte dazu nichts sagen.

Alarm in Frankfurt und Berlin: Bei der "Frankfurter Rundschau" und bei der "Berliner Zeitung" sind für heute, 15 Uhr, Mitarbeiterversammlungen angesetzt. Die Beschäftigten rechnen mit dem Schlimmsten. Droht der defizitären "FR" womöglich die Insolvenz? Ein Sprecher von Mehrheitsgesellschafter M. DuMont Schauberg (MDS) wollte dazu nichts sagen. Nur soviel: "Wir werden uns nach 15 Uhr dazu äußern". Laut "Spiegel Online" und "FTD" hat die "FR" aber bereits das Insolvenzverfahren beantragt. Als Insolvenzverwalter sei der Rechtsanwalt Frank Schmitt eingesetzt worden.

"FR" und "Berliner Zeitung" gehören beide mehrheitlich zum MDS-Reich, ihre Redaktionen sind eng miteinander verbunden. So entstehen die Mantelseiten der "FR" in Berlin, und die DuMont Redaktionsgemeinschaft beliefert beide Titel mit Material für den Mantel. Eine Einstellung der "FR" hätte somit auch Konsequenzen für die "Berliner Zeitung" und ihre Redaktion.

An der "FR" ist neben dem Kölner Zeitungshaus MDS (50% und eine Stimme) auch die SPD-Medienholding ddvg mit 40% beteiligt, den Rest der Anteile hält die Karl-Gerold-Stiftung. Die Gesellschafter haben nach kress-Infos zuletzt auch die Umstellung auf eine rein digitale Ausgabe als Alternative zur Einstellung prüfen lassen (kress.de vom 28. September 2012).

Das Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main, der Verlag der "FR", hat zuletzt für 2010 Zahlen veröffentlicht. Damals machte es einen Verlust von 18,1 Mio Euro (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit). MDS und ddvg gaben eine "Patronatserklärung" ab, in der sie sich verpflichteten, "dafür Sorge zu tragen, dass die DuV, allen finanziellen und wirtschaftlichen Verpflichtungen ihren Gläubigern gegenüber nachkommen kann". Diese Verpflichtung war bis zum 30. Juni 2012 und auf einen Höchstbetrag von EUR 14 Mio. begrenzt.

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