"FR"-Belegschaft gibt sich kämpferisch: "Alles tun, dass die Geschichte weitergeht"

14.11.2012
 

Die gebeutelte "Frankfurter Rundschau"-Belegschaft gibt sich nach dem "schrecklichen Tag" kämpferisch: Die Insolvenz der renommierten Zeitung sei ein Schock, aber nicht das Ende, heißt es in einer Mitteilung an die Leser. "Sie lesen Zeitung aus Leidenschaft, wir machen Zeitung aus Leidenschaft. Das werden wir weiter tun, denn wir sind der festen Überzeugung, dass die Frankfurter Rundschau mit Ihrer Unterstützung und unserer Arbeit eine Zukunft hat."

Die gebeutelte "Frankfurter Rundschau"-Belegschaft gibt sich nach dem "schrecklichen Tag" kämpferisch: Die Insolvenz der renommierten Zeitung sei ein Schock, aber nicht das Ende, heißt es in einer Mitteilung an die Leser. "Sie lesen Zeitung aus Leidenschaft, wir machen Zeitung aus Leidenschaft. Das werden wir weiter tun, denn wir sind der festen Überzeugung, dass die Frankfurter Rundschau mit Ihrer Unterstützung und unserer Arbeit eine Zukunft hat."

Diese Zukunft wollen sich die Mitarbeiter verdienen: "Wir werden Ihnen aus Nepal berichten wie aus Südafrika, aus Berlin wie aus Frankfurt-Bonames. Wir werden über große Politik und kleine Fahrraddiebe schreiben, über Sport und Kultur und Wirtschaft.Wir werden die Zeitung drucken und sie zu Ihnen bringen." Auch auf dem iPad und im Web sei man weiter am Start.

Dazu wollen die "FR"-Mitarbeiter "mit allem Nachdruck Möglichkeiten suchen und Wege erkunden", die das Erscheinen der Zeitung "dauerhaft sichern". Natürlich sei man abei auf die Leser angewiesen: "Wenn Sie uns treu bleiben, können wir unser Ziel erreichen. Die "Frankfurter Rundschau", die im August 1945 die zweite Lizenz einer deutschen Tageszeitung nach dem Krieg bekommen hatte, habe hat eine lange, stolze und wechselvolle Geschichte erlebt. "Wir werden alles dafür tun, dass diese Geschichte weitergeht."

DJV: "Kündigungen vermeiden!"

Unterstützung gibt es vom Deutschen Journalisten-Verband, der die Geschäftsführung des Medienkonzerns M. DuMont Schauberg aufgefordert hat, auf Kündigungen redaktioneller Mitarbeiter bei der "FR" weitgehend zu verzichten. "Die Journalistinnen und Journalisten der FR brauchen eine berufliche Perspektive", sagte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Er erwarte, dass der Verlag den Betroffenen adäquate Stellen bei anderen Medien von M. DuMont Schauberg anbiete. Die Freien der Frankfurter Rundschau sollten bei "Berliner Zeitung", "Kölner Stadtanzeiger" und anderen DuMont-Titeln ihre Texte und Fotos verkaufen können." 

Konken kritisiert, dass die Insolvenz der "Rundschau" die Folge von jahrzehntelangem Missmanagement sei. "Das Aus der renommierten Zeitung ist besonders bitter für die Beschäftigten, die über Jahre hinweg mit Einkommensverzicht für den Erhalt ihrer Zeitung gekämpft haben." Sie hätten ein Anrecht darauf, dass sich der Verlag zu seiner Verantwortung für die FR-Journalisten bekenne.

Ihre Kommentare
Kopf

Cheops

14.11.2012
!

Es ist doch ziemlich traurig, was hier einfach so geopfert wird und alles geschieht ein wenig zu selbstverständlich, wie in Deutschland Zeitungen mit Tradition einfach eingestampft werden, weil das Geschäft gerade mal nicht läuft.


NOLOBBY

14.11.2012
!

Schade, dass hier immer nur über die Konsequenzen für die Journalisten/innen berichtet wird. Sie machen gerade mal 1/5tel der Belegschaft aus. Was ist mit den Mitarbeitern aus Verwaltung, Anzeigen- und Vertriebsabteilung? Haben die einfach nur keine Lobby?


Coskun Tuna

15.11.2012
!

Traurig um Tradition, Unternehmen und Mitarbeiter. Das stimmt. Aber man muss auch der Realität ins Auge schauen. Ich glaube nicht, dass es die FR schaffen wird. Ein Rettungsvesuch würde bedeuten andere Bereiche aus dem Unternehmensgeflecht mit in den Sog zu ziehen. Hier muss eine Trennung und Verteilung der Ressourcen auf andere Bereiche erfolgen. Je früher, desto besser.


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