Oliver Eckert auf der kress Konferenz 2012: "Paid Content wird General-Interest-Portale nicht tragen"

 

Oliver Eckert hat ein klares Bild von der Zukunft: Premium Advertising und nicht Paid Content wird die tragende Säule für General-Interest-Portale werden. Anhand der Online- und Mobile-Welt von "Focus Online" erläuterte der Geschäftsführer von Tomorrow Focus Media (Hubert Burda Media) seine These auf der kress Konferenz "Mobile first!", die am Donnerstag in Hamburg stattfindet.

Oliver Eckert hat ein klares Bild von der Zukunft: Premium Advertising und nicht Paid Content wird die tragende Säule für General-Interest-Portale werden. Anhand der Online- und Mobile-Welt von "Focus Online" erläuterte der Geschäftsführer von Tomorrow Focus Media (Hubert Burda Media) seine These auf der kress Konferenz "Mobile first!", die am Donnerstag in Hamburg stattfindet.

Eckert: "Der Schritt zu Mobile wird durchschlagender sein als der Switch von Print zu Online." Deshalb gehören beim "Focus" nicht mehr nur die Redakteure zu den wichtigsten Mitarbeitern, sondern vor allem auch die Programmierer. Softwareentwickler und Journalisten entwickeln gemeinsam neue Produkte, die User und Werbekunden in den Mittelpunkt stellen.

"Wir experimentieren sehr viel."

"Focus Online" ist hinter "Bild.de" und "Spiegel Online" die drittstärkste Nachrichten-Site, seit zwei Jahren profitabel, mit wachsenden Reichweiten, laut Eckert. "Wir experimentieren sehr viel", erklärt Eckert den Erfolg der Seite. Derzeit liefen 24 Features parallel als Test, zwei Drittel von ihnen für die Nutzer, ein Drittel für die Werbekunden.

Längst stehe bei "Focus" aber nicht mehr das stationäre Web im Fokus der Entwickler. "Für alle unsere Tochterunternehmen gilt die Strategie 'Mobile first!'", sagt Eckert. Dass das nicht nur ein Schlagwort ist, sehe man an den gestiegenen Investitionsbudgets. "Neuentwicklungen machen wir mittlerweile erst für Mobile und dann für stationäre Anwendungen", sagt Eckert, konkrete Zahlen nannte er nicht. Dadurch könne man schneller auf Kundenbedürfnisse reagierten. Als Beispiel nannte Eckert "cardscout.de", ein Portal zum Kreditkartenvergleich. Den Relaunch vor knapp einem Jahr habe man erst einmal mobil aufgesetzt. Die Erfahrungen, die dort gesammelt wurden, habe man dann auf die stationäre Website übertragen. Das Ergebnis: Die Zuwachsraten seien gestiegen, die Umsätze hätten sich verdreifacht und lägen jetzt im sechsstelligen Bereich, so Eckert.

"Wir fahren mit Apps und Mobile-Sites zweigleisig."

Auf die Frage nach dem Geschäftsmodell der Zukunft antwortete Eckert: "Für General-Interest-Portale wird Paid Content kein tragendes Geschäftsmodell werden." Eckert glaubt eher an mobile Werbung und konzentriert sich mit Tomorrow Focus Media eher auf die Entwicklung von Premium Ads – nicht nur auf Mobile-Sites, sondern auch für Apps. Qualitativ und quantitativ seien die Apps von Tomorrow Focus Media beliebter ("besonders flauschig") als die mobilen Seiten, so Eckert. "Wir fahren hier zweigleisig", betonte Eckert. Schließlich wisse man nicht, welche die beherrschende Plattform werden wird.

Dass kleinere Displays auch kleinere Werbeerlöse nach sich ziehen könnten, eine Prognose des Ringier-CEOs Marc Walder, hält Eckert für eine sehr männliche Sicht. Eckert ist davon überzeugt, dass Smartphones aus den Nutzern auch smarte Konsumenten machen werden. Schon jetzt quälten sie sich durch nicht-mobilisierte Seiten, um Produkte direkt im Laden zu vergleichen. Besser könnten die Startbedingungen für mobile Anwendungen nicht sein. Eckert blickt selbstbewusst in die Zukunft: "Mobile machen wir die besseren Produkte."

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