Sky-Programmchef Davey auf der kress Konferenz: "Mobile ist kein separater Kanal"

 

Gary Davey, Executive Vice President Programming von Sky Deutschland, ist selbst sein bester Kunde. Nach eigenem Bekunden auf der kress Konferenz in Hamburg schaut er kaum noch linear fern sondern nur noch über Sky Anytime, das konzerneigene Angebot für zeitversetztes Fernsehen, und Sky Go, Skys Video-on-Demand-Angebot.

Gary Davey, Executive Vice President Programming von Sky Deutschland, ist selbst sein bester Kunde. Nach eigenem Bekunden auf der kress Konferenz in Hamburg schaut er kaum noch linear fern sondern nur noch über Sky Anytime, das konzerneigene Angebot für zeitversetztes Fernsehen, und Sky Go, Skys Video-on-Demand-Angebot.

Trotz seiner Wichtigkeit betrachte man bei Sky Mobile (noch) nicht als separaten Kanal, sondern als integralen Teil des Produkts, so Davey, der vor seinem Wechsel zu Sky Deutschland für die News Corp als COO die europäischen Fernsehsender managte. Dass sich dies ändern kann, legt der Blick nach Großbritannien nahe. Dort hat die Konzernschwester BSkyB, für die Davey schon als Managing Director arbeitete, mit Now TV ein rein digitales Angebot für Tablets, Smartphones und das stationäre Internet gelauncht.

Ein deutsches Now TV wäre nicht ungewöhnlich

Ob und wann Sky Deutschland das adaptiert, wollte der Manager nicht sagen. Man schaue es sich an. Mit rund 90% Umsatzanteil seien klassische Abos nach wie vor das Kerngeschäft. Doch man überlege sich immer, was die nächsten Schritte sein könnten. Ungewöhnlich wäre ein deutsches Now TV nicht: Auch Sky Go und Sky Anytime haben ihren Ursprung in Großbritannien.

Doch noch ist Mobile bei Sky Deutschland ein Teil des Angebots für alljene Kunden, die ein teures HD-Paket abonniert haben. Wenn Sky von Mobile spricht, dann spricht der Pay-TV-Anbieter von Sky Go - sein Angebot für Tablets und Smartphones, aber auch für die Spielekonsole Xbox 360. Noch sind nicht alle Inhalte immer und überall auf Sky Go erhältlich. So macht es einen Unterschied für den Rechteinhaber, ob ein Kunde die Bundesliga über WLan und 3G auf sein iPhone streamt. Man verhandle ständig, um mehr Inhalte zu bekommen. Es sei ein "Work in Progress". Oft scheitere es an den wirtschaftlichen Vorstellungen der Hollywood-Studios. In wenigen Monaten sollen alle Studios mit ihren Inhalten auf Sky Go verfügbar sein, verspricht Davey. Was Mobile am besten läuft, verrät Davey nicht im Detail, nur dass die HBO-Serien, aktuelle Blockbuster und Fußball gut liefen.

"Der Gegner des Pay TV ist die Verwirrung"

Der Schritt von Sky Anytime, das an die Sky-Box im Wohnzimmer gebunden ist, zu Sky Go, das auf mobilen Endgeräten wie dem iPad läuft, sei rechtlich ein großer, auch wenn der Nutzer es so nicht wahrnehme. Dass Kunden den Schritt nicht sehen, sei gewollt. Sobald man Kunden was erklären müsse, sei das ein Zeichen dafür, dass mit dem Produkt etwas nicht stimme. "Simplify, simplify, simplify", mahnt der Australier Davey, der sein Deutsch momentan mit einem Privatlehrer aufbessert. "Der Gegner des Pay TV ist die Verwirrung."

Obwohl Sky Mobile nicht als getrenntes Produkt betrachtet, verändere es doch das Denken. "Dass alle großen Sender ihre besten Programme gleichzeitig um 20:15 Uhr senden, sei ein Zeichen der Arroganz", sagt der Sky-Manager. Mit Timeshift und VoD gehöre das der Vergangenheit an. Als im Sommer die neue HBO-Serie "The Newsroom" anlief, gab es in Blogs die Diskussion, wo man am schnellsten eine illegale Kopie herbekomme. "Das ist doch verrückt", ärgert sich Davey. Man habe sich daher mit HBO darauf geeinigt, die Serie sofort auf Englisch auf Sky Anytime und Sky Go zu zeigen.

Serien wie "The Newsroom" von "The Social Network"-Autor Aaron Sorkin sieht Davey als richtungsweisend für Sky. Als man Sky Atlantic mit HBO-Inhalten im Mai gelauncht habe, seien Marken-Briefings nicht notwendig gewesen. Die Belegschaft habe sofort gewusst, dass HBO zum Angebot passe und die Richtung repräsentiere, in die man gehen wolle: Qualitätsinhalte, die sich vom traditionellen TV unterscheideten. Traditionelle Metriken gelten nicht für Sky-Programme. Sonst hätte man nicht Harald Schmidt engagiert und würde 90% der Filme nicht zeigen.

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