Neue Jury, neue Satzung, neues Verfahren: Was beim Henri-Nannen-Preis alles anders wird

 

Nach den zwei "skandalträchtigen" Verleihungen haben die Macher die Vergabe des renommierten Henri-Nannen-Preises reformiert: Neben einer neuen Satzung, die andere Regeln in der Vorauswahl vorsieht, ist die Jury neu zusammengesetzt worden. Sprecher des Gremiums ist nun Andreas Wolfers. In der Hauptjury gibt es insgesamt fünf neue Mitglieder.

Nach den zwei "skandalträchtigen" Verleihungen haben die Macher die Vergabe des renommierten Henri-Nannen-Preises reformiert: Neben einer neuen Satzung, die andere Regeln in der Vorauswahl vorsieht, ist die Jury neu zusammengesetzt worden.

In der Hauptjury des Henri Nannen Preises gibt es nun fünf neue Mitglieder: Brigitte Fehrle (Chefredakteurin "Berliner Zeitung"), Jana Hensel (stellv. Chefredakteurin "der Freitag"), Stefan Plöchinger (Chefredakteur "sueddeutsche.de"), Christoph Schwennicke (Chefredakteur "Cicero") und Andreas Wolfers (Leiter der Henri-Nannen-Journalistenschule), der gleichzeitig als Sprecher auftreten wird. Als Sprecherin der Vorjurys wird Bettina Gaus (Politische Korrespondentin der "taz") beratend an den Sitzungen der Hauptjury teilnehmen. Verlassen wird die Hauptjury hingegen Peter-Matthias Gaede, Georg Mascolo, Felix U. Müller und Ines Pohl.

Vorjury liest die Texte in anonymisierter Form

Dazu hat sich die Zahl der Vorjuroren auf 23 erhöht. Unter anderem sind jetzt Annette Ramelsberger ("Süddeutsche Zeitung"), Lorenz Wagner ("FTD") und Christof Siemes ("Die Zeit") mit an Board. Sie sollen künftig aus der Anzahl der Einreichungen die 40 besten aus den Kategorien Reportage, Dokumentation, Investigation und Essay auswählen.

Dabei werden erstmals alle Texte in anonymisierter Form gelesen. Ein zweiter Lese-Durchgang soll sicherstellen, dass alle Juroren gemeinsam die Auswahl der besten Texte treffen, die an die Hauptjury weitergereicht werden. Ein neuer Abstimmungsmodus für die Hauptjury stellt u.a. sicher, dass es kein Patt-Ergebnis mehr geben wird. Außerdem soll kein Juror mehr für einen Beitrag aus seinem eigenen Medium oder Verantwortungsbereich stimmen können.

Die vergangenen zwei Verleihungen blieben nicht ohne Schlagzeilen: In diesem Jahr lehnten "SZ"-Reporter die Trophäe ab, weil sie die Auszeichnung nicht mit den Kollegen der "Bild" teilen wollten (kress.de vom 11. Mai 2012). Im Jahr zuvor war "Spiegel"-Autor René Pfister im Nachhinein die Auszeichnung in der Kategorie "Reportage" wieder aberkannt worden, als bekannt wurde, dass er für den Text "Am Stellpult" den Keller von Horst Seehofer nie betreten hatte (kress.de vom 9. Mai 2011).

Der Henri-Nannen-Preis wird am 26. April 2013 in Hamburg zum neunten Mal verliehen. Ab sofort können Vorschläge hier eingereicht werden.

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