"FTD"-Krise: Klusmann soll Mitarbeiter auf das Schlimmste vorbereitet haben

19.11.2012
 

"FTD"-Chefredakteur Steffen Klusmann wollte offenbar seine Mitarbeiter nicht bis Ende des Monats zur Existenzfrage anschweigen. Es müsste schon ein Wunder geschehen, sonst müsse man sich wohl auf das Schlimmste einstellen, soll Klusmann seiner Belegschaft in der Montagskonferenz mitgeteilt haben. Dies berichtet die "SZ" unter Berufung auf Teilnehmer.

"FTD"-Chefredakteur Steffen Klusmann wollte offenbar seine Mitarbeiter nicht bis Ende des Monats zur Existenzfrage anschweigen. Es müsste schon ein Wunder geschehen, sonst müsse man sich wohl auf das Schlimmste einstellen, soll Klusmann seiner Belegschaft in der Montagskonferenz mitgeteilt haben. Dies berichtet die "Süddeutsche" (Dienstagsausgabe) unter Berufung auf Teilnehmer.

In der "selten so voll besetzten Konferenz" sei die Rede von drohenden Kündigungen gewesen und der Hoffnung, dass es in diesem Jahr noch keine Entlassungen geben werde. Ganz konkret soll es darum gegangen sei, wie eine Abschiedsausgabe der "FTD" aussehen könnte. Die Belegschaft solle in den nächsten Wochen aber normal weiterarbeiten.

Die Stimmung in der "FTD"-Redaktion ist laut dem "SZ"-Bericht in den vergangenen Tagen eine "Mischung aus Depression und Kampfeswillen"gewesen. Redakteure hätten alle Journalistenpreise für die G+J Wirtschaftsmedien seit 2008 zusammengestellt, dazu eine Liste mit Argumenten gegen die Einstellung der "FTD". Mancher hoffe, "dass Julia Jäkel, nicht in die Verlagsgeschichte eingehen will als die Frau, die bei Gruner + Jahr Qualitätsjournalismus abschaffte", heißt es in der "Süddeutschen Zeitung". Zudem sei die Rede davon, dass von unterschiedlichen Seiten über die Berliner Politik Überzeugungsarbeit bei der Verlegerfamilie Jahr geleistet werde, die eine Sperrminorität gegen den Verlags-Haupteigner Bertelsmann und damit entscheidenden Einfluss besitzt.

Gruner + Jahr teilte der "SZ" am Montag auf Anfrage mit, redaktionsinterne Vorgänge würden nicht kommentiert. Der Hamburger Verlag machte schon am Wochenende noch einmal klar, dass über die Zukunft der G+J-Wirtschaftsmedien (neben "FTD": "Capital", "Impulse" "Börse Online") noch keine Entscheidung gefallen sei. 

An diesem Mittwoch kommt der Aufsichtsrat von Gruner + Jahr turnusmäßig zusammen, am 30. November tagt der Aufsichtsrat von Bertelsmann. Spätestens dann dürften alle Spekulationen ein Ende haben.

Ihre Kommentare
Kopf

Social Punk

20.11.2012
!

Was passiert eigentlich, wenn FTD, Börse Online und impulse tatsächlich vom Markt verschwinden? Wir haben eine - zugegeben - etwas makabre Aufstellung vorbereitet, die darauf hinausläuft, dass dann mindestens 34 Millionen Euro neue Abnehmer suchen... http://tinyurl.com/c5unprj


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