Berliner Verlag startet Abfindungsaktion: "Erhebliche Restrukturierungsmaßnahmen"

 

Die schlechten Nachrichten aus dem Haus M. DuMont Schauberg (MDS) reißen nicht ab: Vor einer Woche beantragte der Verlag der "Frankfurter Rundschau" das Insolvenzverfahren, und jetzt leitet MDS nach kress-Infos auch in Berlin weitere Schritte zum Stellenabbau ein:

Die schlechten Nachrichten aus dem Haus M. DuMont Schauberg (MDS) reißen nicht ab: Vor einer Woche beantragte der Verlag der "Frankfurter Rundschau" das Insolvenzverfahren (kress.de vom 13. November 2012), und jetzt leitet MDS nach kress-Infos auch in Berlin weitere Schritte zum Stellenabbau ein: Am Montag unterbreitete die Geschäftsführung des Berliner Verlags ("Berliner Zeitung", "Berliner Kurier") den Mitarbeitern ein "freiwilliges Abfindungsmodell".

Wer sich darauf einlässt und freiwillig seine Stelle aufgibt, bekommt einen Sockelbetrag von 10.000 Euro. Der Abfindungsbeitrag beträgt 150% eines Bruttomonatsgehalts pro Jahr der Betriebszugehörigkeit sowie Zusatzbeträge, etwa für Kinder. Die Geschäftsführung betont, dass das Modell über das im  Tarifsozialplan festgeschriebene Volumen hinausgehe. So sei ein Aufschlag auf die dort festgeschriebene Höchstsumme von 120.000 Euro möglich.

Betriebsbedingte Kündigungen "nicht ausgeschlossen"

Dennoch hat das Modell unter den Beschäftigten keine Begeisterung ausgelöst: Die Frist für die Annahme ist sehr kurz gesetzt, sie endet schon am 3. Dezember. Die Geschäftsführung des Berliner Verlags baut in ihrem Schreiben an die Mitarbeiter Druck auf, gut über ihr Angebot nachzudenken: "Wir können zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen, dass es zu betriebsbedingten Kündigungen kommen wird", heißt es dort. Die geplanten "erheblichen Restrukturierungsmaßnahmen" werden mit "dramatischen Einbrüchen bei den Anzeigenerlösen" und "dem allgemeinen Strukturwandel in der Zeitungsbranche" begründet.

Dass sich in Berlin etwas tut, wurde schon vor der Insolvenz der "FR" ruchbar: Im September machte der Betriebsrat die Sparpläne der Geschäftsführung publik. Kurz darauf wurde bereits die komplette Redaktion des Anzeigenblatts "Berliner Abendblatt" aufgelöst (kress.de vom 20. September 2012).

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Coskun Tuna

21.11.2012
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