"Lösungen, deutlich über üblichen Sozialplankonditionen": DJV appelliert an soziale Verantwortung des G+J-Managements

21.11.2012
 

Der Deutsche Journalisten-Verband hat vor dem Hintergrund zu erwartender harter Einschnitte bei den G+J-Wirtschaftsmedien an die soziale Verantwortung des G+J-Managements gegenüber den mehr als 350 Beschäftigten appelliert: "Sparmaßnahmen dürfen nicht einseitig zu Lasten der Journalistinnen und Journalisten beschlossen werden", sagte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken.

Der Deutsche Journalisten-Verband hat vor dem Hintergrund zu erwartender harter Einschnitte bei den Gruner + Jahr-Wirtschaftsmedien an die soziale Verantwortung des G+J-Managements gegenüber den mehr als 350 Beschäftigten appelliert: "Sparmaßnahmen dürfen nicht einseitig zu Lasten der Journalistinnen und Journalisten beschlossen werden", sagte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. "Die Schaffung von Alternativarbeitsplätzen für die Betroffenen muss oberste Priorität haben. Wo das nicht möglich ist, erwarten wir von Gruner + Jahr Lösungen, die deutlich über den üblichen Sozialplankonditionen liegen."

Mit diesen Worten reagierte der DJV-Vorsitzende auf einen "FAZ"-Bericht, demzufolge Gruner + Jahr die "Financial Times Deutschland" einstellen und die Titel "Impulse" und "Börse Online" verkaufen will (kress.de vom 20. November 2012). "Capital" soll den Informationen zufolge an den "stern" angedockt werden und nach Berlin umziehen.

Konken riet den DJV-Mitgliedern bei den G+J Wirtschaftsmedien, keine Aufhebungsverträge oder Änderungskündigungen ohne vorherige Beratung durch den DJV zu unterschreiben. Der DJV-Landesverband Hamburg stehe allen Mitgliedern bei den G+J-Wirtschaftsmedien mit persönlicher Beratung zur Seite.

An diesem Mittwochmittag ist der G+J-Aufsichtsrat zu einer turnusmäßigen Sitzung zusammengekommen. Wann er seine Entscheidung zur Zukunft der G+J-Wirtschaftsmedien mitteilt - noch unklar.

Ihre Kommentare
Kopf

Peter F. Meyer

21.11.2012
!

"soziale Verantwortung des G+J-Managements "... Es ist ein Hohn. Seit über 20 Jahren werden wir Freiberufler von den Verlagen durch Einfrieren von Honoraren und Knebelverträgen gezwungen, auf unsere Rechte zu verzichten. "soziale Verantwortung" - lachhaft. Und die Gewerkschaften wissen, dass ihre Meinung nicht gefragt ist und sowieso nichts an der kapitalistischen Manier ändert. Engels hat schon recht, wenn er von der Verelendung des Proletariats spricht. Nur anders und später als erwartet...


Peter F. Meyer

Peter F. Meyer

Forum Filmproductions
Chef

21.11.2012
!

Und wo sind die Gewerkschaften geblieben, als wir Freien plötzlich alles unterschreiben sollten??? Keine persönlichen Beratungen wurden angeboten, keinerlei solidarische Erklärungen, keine Appelle an die Verlage. Und wir Freien sind wesentlich mehr als "nur" die 350 bei G+J Betroffenen, mit denen ich mich solidarisiere. Statt dessen hat man stereotyp gefordert, keine Verträge zu unterschreiben, die unsere Rechte untergraben. Mit aufrechtem Rückgrat verhungern...


Ulf J. Froitzheim

Ulf J. Froitzheim

Redaktionsbüro UJF.biz
Freier Journalist

22.11.2012
!

Während reihenweise Kollegen, also freie Unternehmer, lammfromm unterschrieben haben, hat der DJV geklagt und Recht bekommen:
http://www.journalist.de/aktuelles/meldungen/autorenvertraege-das-kleingedruckte.html
Jetzt geht es darum, die Zukunft zu gestalten. Wenn der Verlag dafür zu schwerfällig ist, heißt es nicht, dass nichts geht. Es liegt jetzt an den Betroffenen, ganz praktisch zu zeigen, dass sie verstanden haben, was Unternehmertum heißt – vielleicht so:
http://wp.ujf.biz/?p=9016


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