ARD-Vorsitzende Piel redet Tacheles: "Jeder Chefredakteur möchte auf den Schirm"

22.11.2012
 

Monika Piel ist seit zwei Jahren die Erste im Ersten. Kurz bevor sie den ARD-Vorsitz abgibt, hat sie im "Interview" mit dem "stern" Klartext geredet. "Ich moderiere neun Landesrundfunkanstalten, und ich muss Entscheidungen nach außen hin vertreten, die intern vielleicht gar nicht meine Stimme hatten. Das ist keine dankbare Rolle", so Piel.

Monika Piel ist seit zwei Jahren die Erste im Ersten. Kurz bevor sie den ARD-Vorsitz abgibt, hat sie im "Interview" mit dem "stern" Klartext geredet. "Ich moderiere neun Landesrundfunkanstalten, und ich muss Entscheidungen nach außen hin vertreten, die intern vielleicht gar nicht meine Stimme hatten. Das ist keine dankbare Rolle", so Piel.

In dem Gespräch bekommen auch die männlichen ARD-Intendanten ihr Fett weg: Wenn mehr Frauen an den Senderspitzen säßen, würden einige Dinge einfach. "Viele Frauen wollen keine Pfauenräder schlagen. Es geht ihnen nicht um den Redeanteil in Sitzungen. Wenn es weniger Machtfragen ginge, würde es bei der ARD etwas zügiger laufen", sagt Piel.

Sie kündigt an: "Wir werden in Zukunft weniger Moderatoren präsentieren. Im Moment haben wir zu viele: Jeder Chefredakteur eines Senders möchte auf den Schirm. Aber für die Zuschauer ist es einfacher, wenn sie sich weniger Gesichter merken müssen." Deswegen werde man auch den "Wildwuchs" bei den Unterhaltungssendungen begrenzen - momentan habe die ARD 29 verschiedene im Programm.

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