Künftig Fragen direkt an Verantwortliche: Facebook will Abstimmung der Nutzer wieder abschaffen

22.11.2012
 

Facebook will die Mitglieder-Abstimmungen über wichtige Regeländerungen abschaffen. Grund: Die jüngste Abstimmung über Änderungen der Regeln für Nutzung und Datenschutz war im Juni zur Farce geraten. Die Beteiligung lag mit 350.000 Nutzern bei nur 0,04% statt der erforderlichen 30% aller Mitglieder.

Facebook will die Mitglieder-Abstimmungen über wichtige Regeländerungen abschaffen. Grund: Die jüngste Abstimmung über Änderungen der Regeln für Nutzung und Datenschutz war im Juni zur Farce geraten (kress.de vom 9. Juni 2012). Die Beteiligung lag mit 350.000 Nutzern bei nur 0,04% statt der erforderlichen 30% aller Mitglieder. Stattdessen solle es nun unter anderem mehr Gelegenheiten geben, direkt Fragen an die Verantwortlichen für Datenschutz zu stellen, kündigte Facebook laut einem dpa-Bericht an. Hier soll die zuständige Managerin Erin Egan für Nutzer-Anliegen zur Verfügung stehen.

Außerdem kündigte Facebook eine Erneuerung der Datenschutz-Einstellungen an. So behält sich das Online-Netzwerk das Recht vor, Daten mit Konzerntöchtern zu teilen - was angesichts von Übernahmen wie etwa dem Kauf des Fotodienstes Instagram notwendig wurde.

Unter anderem deutsche Datenschützer hatten das Mitglieder-Abstimmungs-Verfahren angesichts der hohen Beteiligungshürde scharf kritisiert. Sie warfen Facebook vor, die Mitglieder nicht ausreichend über die Abstimmung informiert zu haben (kress.de vom 2. Juni 2012). Diesmal sollen alle Facebook-Nutzer E-Mails erhalten, die über die geplanten Änderungen informieren.

Facebook nannte die Abstimmungen oft als Beispiel für die Möglichkeiten der Nutzer, die Regeln mitzugestalten. Das System wurde 2009 eingeführt, als Facebook rund 200 Millionen Nutzer hatte.

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