G+ J macht es offiziell: Julia Jäkel senkt den Daumen über der "FTD"

 

Das Ende der G+J Wirtschaftsmedien ist jetzt auch offiziell besiegelt: Der Verlag Gruner + Jahr hat am Freitagmorgen bestätigt, dass die "Financial Times Deutschland" ("FTD") mit allen dazugehörigen Marken, Titeln und Online-Aktivitäten eingestellt wird. Die letzte Ausgabe erscheint am 7. Dezember.

Das Ende der G+J Wirtschaftsmedien ist jetzt auch offiziell besiegelt: Der Verlag Gruner + Jahr hat am Freitagmorgen bestätigt, dass die "Financial Times Deutschland" ("FTD") mit allen dazugehörigen Marken, Titeln und Online-Aktivitäten eingestellt wird. Die letzte Ausgabe erscheint am 7. Dezember. Auch neben "Börse Online" und "Impulse" steht bereits der Sensenmann: Der Verlag "prüft" nach eigenen Angaben die Möglichkeiten des Verkaufs bzw. des Management Buy-Outs. Sollten entsprechende Gespräche aber nicht erfolgreich verlaufen, will G+J auch diese Titel einstellen.

"Capital" und "Business Punk" leben weiter

Das Überleben von "Capital" ist hingegen gesichert: Wie bereits durchgesickert (kress.de vom 22. November 2012), wird das monatliche Wirtschaftsmagazin in Zukunft in Berlin gemacht. In der G+J-Pressemitteilung ist davon die Rede, dass es "neu positioniert" werde und eine "stärker wirtschaftspolitische Ausrichtung" erhalten solle - obwohl es dem Magazin in der Vergangenheit an Neu- und Umpositionierungen wahrlich nicht mangelte. Steffen Klusmann, bislang gesamtverantwortlicher Chefredakteur der G+J-Wirtschaftsmedien, habe sich "zur Verfügung gestellt", das Magazin "noch für eine Übergangsphase zu führen". Ebenfalls erhalten bleibt die junge Wirtschaftszeitschrift "Business Punk" sowie die Corporate-Publishing Einheit Fact & Figures.

"Ein bedeutendes Kapitel deutscher Publizistik geht zu Ende"

Julia Jäkel, im G+J-Vorstand für das inländische Verlagsgeschäft zuständig, hält die Grabrede auf die "FTD". Sie sei eines der "ambitioniertesten journalistischen Projekte der vergangenen Dekade" gewesen: "Es geht ein bedeutendes Kapitel deutscher Publizistik zu Ende." G+J und seine Gesellschäfter hätten sich "zwölf Jahre lang mit Leidenschaft und Ausdauer für diesen Titel stark gemacht", doch das Blatt schreibe seit seiner Gründung im Jahr 2000 Verluste: "Vor diesem Hintergrund sehen wir keinen Weg, die 'Financial Times Deutschland' weiter zu betreiben."

Niemand will die "FTD" kaufen

Im Jahr 2008 hatte G+J versucht, die Misere der Wirtschaftsmedien durch eine Zusammenlegung der Redaktionen in Hamburg zu beenden (kress.de vom 19. November 2008). Die Einsparungen hätten aber nicht gereicht, um die rückläufigen Anzeigenumsätze auszugleichen, heißt es jetzt. Die Wirtschaftsmedien würden vielmehr auch 2012 einen "deutlichen Verlust" machen. G+J haben sich bis zuletzt bemüht, einen Käufer für die "FTD" zu finden - vergeblich. Auch die Weiterführung als Online-Titel habe man erwogen, doch nach "ausgiebiger Prüfung" keine Chance auf Erfolg gesehen.

364 Mitarbeiter betroffen

Vom Ende der G+J-Wirtschaftsmedien sind laut G+J 314 Mitarbeiter in Hamburg, Frankfurt und den Außenbüros betroffen. In angrenzenden Verlagsbereichen (Media Sales, DPV, Corporate Services) müssen sich 50 weitere Mitarbeiter erhebliche Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen. Zum Stellenabbau will der Verlag in diesen Bereichen allerdings vorrangig das Mittel der Altersteilzeit einsetzen und befristete Jobs auslaufen lassen. Die Fortführung von "Capital" soll eine verkleinerte Redaktion bewerkstelligen.

Ihre Kommentare
Kopf

Ulf J. Froitzheim

23.11.2012
!

Auf diesem Bild schaut Frau Wickert wenigstens angemessen ernst. Im kressblitz haben Sie leider ein ziemlich unpassendes Grinsebild verwendet.


Social Punk

23.11.2012
!

Kurz zusammengefasst, wie Mediendienste und G+J-Wettbewerber auf ihren Facebook-Seiten mit der offiziellen Ankündigung, die FTD werde eingestellt, umgegangen sind: http://tinyurl.com/cnjqnac


Social Punk

23.11.2012
!

Ergänzend noch ein Beitrag zum Umgang der G+J-Führung mit der eigenen Belegschaft. http://tinyurl.com/c3395uv


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