Unmut über neuen Facebook-Algorithmus: Sichtbarkeit deutscher Top-Marken soll kräftig sinken

25.11.2012
 

Die Änderung des Facebook-Algorithmus hat angeblich die Sichtbarkeit der Beiträge deutscher Unternehmen in dem Netzwerk drastisch gesenkt. Wie der "Focus" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, ist der Anteil der Facebook-Beiträge der Top-10 deutscher Marken, die im Newsstream der Fans tatsächlich angezeigt werden, von 30% im August auf zuletzt nur noch 10% gefallen.

Die Änderung des Facebook-Algorithmus hat angeblich die Sichtbarkeit der Beiträge deutscher Unternehmen in dem Netzwerk drastisch gesenkt. Wie der "Focus" in seiner aktuellen Ausgabe berrichtet, ist der Anteil der Facebook-Beiträge der Top-10 deutscher Marken, die im Newsstream der Fans tatsächlich angezeigt werden, von 30% im August auf zuletzt nur noch 10% gefallen. Das Magazin bezieht sich dabei auf Berechnungen des Analysehauses Socialbakers.

Betroffen ist dem Bericht zufolge unter anderem die Deutsche Bank. "Wie andere Unternehmen hat auch die Deutsche Bank einen plötzlichen massiven Reichweitenrückgang zu spüren bekommen", wird ein Sprecher des Geldhauses zitiert.

Um ihre Sichtbarkeit wieder zu erhöhen, können die Unternehmen "Sponsored Posts" und damit eine garantierte Reichweite für ihre Beiträge kaufen. "Facebook wird nun teuer für Unternehmen", stellt der "Social-Media-Verantwortliche eines großen Dax-Konzerns" im "Focus" fest. Kritiker wie der US-Milliardär Mark Cuban witterten hinter der Änderung den Versuch, die Unternehmen zu mehr Werbung auf Facebook zu zwingen. Der Besitzer der Dallas Mavericks soll schon via Twitter gedroht haben, mit dem Dirk-Nowitzki-Club zu Tumblr oder MySpace zu wechseln.

Facebook steht nach dem Börsengang unter Druck, mehr Umsatz zu erzielen. Weltweit sollen in diesem Jahr etwa vier Milliarden Dollar für Werbung in dem Netzwerk ausgegeben werden - das sind mehr als 80% des gesamten Erlöse.

Mit seinem Edge-Rank-Algorithmus legt Facebook fest, welche Beiträge den Freunden oder Fans angezeigt werden. Um das Engagement der Nutzer zu erhöhen, zeigt Facebook bevorzugt Beiträge an, die voraussichtlich häufig kommentiert oder bei denen Nutzer oft auf den "Gefällt mit" Button klicken.

Der neue, schärfere Algorithmus sei nun für die Unternehmen zu einem Problem geworden: Sie hätten immer weniger Kontrolle, ob ihre Facebook-Beiträge auch tatsächlich die Fans ihrer Marke erreichen, schreibt Holger Schmidt, der den Artikel im "Focus" verfasst hat. Unternehmen könnten lediglich versuchen, die geringe Interaktionsquote durch attraktivere Inhalte zu erhöhen. Oder Facebook für die Verbreitung zu bezahlen. Oder zur Konkurrenz wechseln.

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