Google ruft Nutzer auf, "ihr Netz zu verteidigen"

"Willst du auch in Zukunft finden, was Du suchst? Mach' mit: Verteidige Dein Netz", heißt es aktuell auf der Google-Startseite. Der Internetkonzern hat eine breit angelegte Kampagne gegen das Leistungsschutzrecht zugunsten von Presseverlagen gestartet, das an diesem Donnerstag im Bundestag debattiert wird (kress.de vom 30. August 2012).

Auf der Aktions-Website "Verteidige Dein Netz" schreibt Google:

Der Bundestag berät demnächst über ein Leistungsschutzrecht. Dieses soll Verlagen gegenüber Suchmaschinen und anderen Diensten das Recht geben, Suchergebnisse für Presseartikel zu verbieten oder von einer Zahlung abhängig zu machen. Für Dich würde es damit deutlich schwerer, im Internet die Informationen zu finden, die Du suchst. Verteidige Dein Netz gegen diesen weltweit einmaligen Eingriff, misch' Dich ein und teile diese Seite mit Freunden!

Zu den Maßnahmen gehören auch ein emotionales Video, "10 Fakten zum Leistungsschutzrecht" und ein E-Mail-Verteiler, der alle, die gegen das Leistungsschutzrecht sind, über die Google-Initiative auf dem Laufenden halten soll.  Für Gegner des Leistungsschutzrechtes, die sich direkt an die Abgeordneten aus ihrem Wahlkreis wenden möchten, hat Google eine eigene "MdB-Landkarte" erstellt. Dort werden öffentlich zugängliche Kontaktinformationen der Parlamentarier und ihrer Büros zusammengefasst angeboten.

Stefan Tweraser, Country Director von Google Deutschland, begründete die Kampagne gegenüber dpa so: "Ein Leistungsschutzrecht bedeutet weniger Informationen für Bürger und höhere Kosten für Unternehmen". Das Leistungsschutzrecht soll Presseverlagen "das ausschließliche Recht" geben, "Presseerzeugnisse zu gewerblichen Zwecken im Internet öffentlich zugänglich zu machen". Damit müssten Anbieter wie Google die Darstellung von kleinen Textauszügen auf ihren Webseiten bei den Verlagen lizenzieren oder darauf verzichten. Tweraser argumentiert, dass die meisten Bürger noch nie von diesem Gesetzesvorschlag gehört hätten. "Wir hoffen, dass der Deutsche Bundestag den Gesetzentwurf ablehnen wird."

27.11.2012
Ihre Kommentare
Kopf
Theodor Fruendt

Theodor Fruendt

teamwork text und foto GbR / Büro Paris
Fotograph & Text

27.11.2012
!

Google sollte keine Zeit mit Deutschland verschwenden. Google braucht doch einfach keine Publikationen listen, - und den Verlegern das Recht zugestehen selbst eigene Erfahrungen zu machen.


Martin Röbke

27.11.2012
!

Von der Sache her ja wohl eine völlig unangebrachte Kampagne von Google – beim leistungsschutzrecht geht es doch wohl kaum um die Freiheit des Internets, sondern wer für welche Lesitungen bzw. das Nutzen entsprechender Lesitungen zahlen soll. Aber das verschweigt Google mal lieber, stattdessen spielt man sich als Verteidiger der Internetfreiheit auf – ist wohl eher die Freiheit auf Kosten anderer Geld zu verdienen. Nur schade, dass wieder mal alle darauf reinfallen werden.


Wolfgang Ferencak

27.11.2012
!

Der Unterschied zwischen Verlagen und Google wird schon mit den Videos klar definiert. Hier, bei Google, kurz, klar verständlich in einer Bild-und Textsprache die der Nutzer versteht, dort, die Verleger, mehr als 4 Minuten, für den Laien, verwirrrender Information die auch noch langweilig aufbereitet nicht zum Konsum der Inhalte animiert, von Emotion mal ganz abgesehen. Hier zeigt sich das Problem der Verleger, der Glaube die Entwicklung ließe sich zurückdrehen dann werde schon alles gut IRRTUM!


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