BDZV und VDZ sprechen von "übler Propaganda"

Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Der BDZV und der VDZ haben die von Google gestartete Kampagne gegen ein Leistungsschutzrecht als "üble Propaganda" verurteilt. Die Panikmache des Suchmaschinenriesen entbehre jeglicher Grundlage. Google arbeite mit perfiden Methoden, um Angst zu verbreiten, heißt es in der Mitteilung. 

"Wir sind überrascht, dass ein Wirtschaftsunternehmen so auftritt. Es ist doch selbstverständlich, dass jemand, der einen Inhalt gewerblich nutzt, auch dafür bezahlt", machen die zwei Verbände ihren Standpunkt klar. Anders als von Google dargestellt, blieben die private Nutzung, das Lesen, Verlinken und Zitieren von Online-Inhalten "möglich wie bisher". Es gehe keine Gefahr von den Verlagen aus – schon gar nicht durch ein Leistungsschutzrecht, betonen BDZV und VDZ. Es sei ein "Unding", dass Google seine marktbeherrschende Stellung einseitig für die eigenen Ziele nutze. Am kommenden Donnerstag debattiert der Bundestag über das geplante Leistungsschutzrecht. 

Auch der DJV meldete sich zu Wort und appelierte an die Bundestagsabgeordneten, den Gesetzentwurf zugunsten der Urheber nachzubesssern: "Die Interessen der Journalistinnen und Journalisten als Urheber müssen vollständig gewahrt werden, ", so der Bundesvorsitzende Michael Konken. "Google malt aus sehr durchsichtigen Gründen schwarz. Dass Qualitätsjournalismus seinen Preis hat, müssen auch die Betreiber von Suchmaschinen akzeptieren, wenn sie diese Inhalte nutzen." Deswegen sollte von dem zu erwartenden Aufkommen ein gerechter Anteil den Journalisten zukommen.

Stefan Tweraser, Country-Director von Google Deutschland, hofft, dass die Kampagne gegen das Leistungsschutzrecht dazu beiträgt, dass der Bundestag den Gesetzentwurf ablehnen wird. Zu der Google-Kampagne gehören sowohl eine Aktions-Website "Verteidige dein Netz" als auch ein Video und ein E-Mail-Verteiler, der die Gegner über die Initiative informiert (kress.de vom 27. November 2012).

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