Bauer im Glück: Mediengruppe steigert Erlöse auf 2,2 Mrd Euro

 

2012 sollte für die Bauer Media Group ein Jahr der Digitaloffensive werden. In der Rückschau ist es das nun nicht geworden. In Hamburg stellte die Geschäftsführung um Verlegerin Yvonne Bauer die Umsatzzahlen für 2012 vor. Demnach erwartet der Verlag für das laufende Jahr Erlöse von rund 2,2 Mrd Euro einzufahren.

2012 sollte für die Bauer Media Group ein Jahr der Digitaloffensive werden. In der Rückschau ist es das nun nicht geworden. In Hamburg stellte die Geschäftsführung um Verlegerin Yvonne Bauer die Umsatzzahlen für 2012 vor. Demnach erwartet der Verlag für das laufende Jahr Erlöse von rund 2,2 Mrd Euro einzufahren.

Das Wachstum von 7,6% resultiert vor allem aus dem Kauf des australischen Großverlags ACP Magazines Ltd. von Oktober dieses Jahres (kress.de vom 4. September 2012). Die Übernahme der Medien Verlagsgesellschaft (MVG) aus München mit den Titeln "Cosmopolitan", "Joy" und "Shape" hat Bauers Präsenz im Segment der Frauenzeitschriften gestärkt und einiges Geld in die Kassen gespült (kress.de vom 11. Mai 2012). Um die Zukäufe bereinigt, bleiben die Umsätze 2012 "stabil", wie Yvonne Bauer betonte.

Bauer will G+J als größtes Zeitschriftenhaus Europas ablösen

Damit verschafft sich der Verlag eine gute Ausgangsposition, um das schlingernde Medien-Dickschiff Gruner + Jahr 2013 als größtes europäisches Zeitschriftenhaus zu überholen. Dort lagen die Umsatzerlöse 2011 bei 2,3 Mrd Euro. Dieses Ergebnis wird in diesem Jahr aller Voraussicht nach nach unten korrigiert werden müssen.

Der ACP-Kauf hat den Anteil des Auslandsumsatzes auf 62% wachsen lassen, während der Inlandsanteil auf 38% sank.

Andreas Schoo verantwortet weltweites Digitalgeschäft

Anders als erwartet, sind die Digitalerlöse bei Bauer 2012 nicht in die Höhe geschnellt (kress.de vom 28. November 2011). Mit knapp 55 Mio Euro machen sie weiterhin nur 2,5% am Gesamtumsatz aus. Konzerngeschäftsleiter Andreas Schoo wird künftig die internationale Verantwortung für den Digitalbereich übernehmen und ihn mit strategischen Zukäufen und Eigenentwicklungen weiter voranbringen. "Wenn wir 2013 akqurieren, dann mehr in den Digital- als in den Printbereich", sagte Schoo. Anfang 2013 sollen dann auch sämtliche Medienmarken in Deutschland auf dem Tablet verfügbar sein. Das hatte Schoo bereits für 2012 angekündigt.

Print ist nach wie vor Bauers Umsatzbringer Nummer eins. Am Gesamtumsatz sind der Vertrieb zu 61,0% (ein Prozentpunkt weniger als 2011) bzw. 1,2 Mrd Euro und der Anzeigenverkauf zu 18,6% (ein Prozentpunkt mehr als 2011) bzw. 406,4 Mio Euro beteiligt. Das Hörfunkgeschäft macht 10,0% (216,9 Mio Euro) des Gesamtumsatzes aus. Sonstige Erlöse beispielsweise aus Syndication, Druck und Logistik machen 8,1% bzw. 175,4 Mio Euro aus.

"We think popular" - Bauer erfindet sich neu

"Print lebt", konstatierte Yvonne Bauer. "Man muss sich nur um seine Produkte intensiv kümmern." Bauer hat dies im ablaufenden Jahr mit Investitionen in bestehende Titel in Höhe von 60 Mio Euro getan, die v.a. in die technische Ausstattung, die Qualität der Produkte und Werbung geflossen seien.

Weltweit ist die Bauer Media Group im Besitz von mehr als 570 Zeitschriften, über 300 digitalen Produkten und 50 Radio- und TV-Stationen. Zudem erscheinen 70 weitere Titel in Lizenz bei anderen Verlagen.

Rechtzeitig zur Jahrespressekonferenz präsentierte sich Bauer mit neuem Profil. Der Claim "We think popular" soll auf den Punkt bringen, dass die Bauer Media Group weltweit ein "Haus populärer Medien" ist, das die Menschen begleitet, begeistert und bewegt, so Yvonne Bauer. Deutlich wurde an diesem Tag auch, dass die drei Hauptprotagonisten ihren Wahlspruch am liebsten in "We are popular" umgedeutet hätten – im Sinne von Bauer ist populär, beliebt und extrem erfolgreich.

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