"Wir müssen den Personalaufwand reduzieren": "Spiegel"-Geschäftsführer Saffe kündigt Sparkurs an

29.11.2012
 

Ove Saffe, Geschäftsführer der Spiegel-Gruppe, hat einen Sparkurs für sein Unternehmen angekündigt. "Wir müssen sparen und die Kostenstrukturen so gestalten, dass die Spiegel-Gruppe trotz rückläufiger Umsätze solide Ergebnisse erwirtschaftet", sagte Saffe gegenüber der "SZ". Dabei schließt Saffe auch einen Stellenabbau nicht aus.

Ove Saffe, Geschäftsführer der Spiegel-Gruppe, hat einen Sparkurs für sein Unternehmen angekündigt. "Wir müssen sparen und die Kostenstrukturen so gestalten, dass die Spiegel-Gruppe trotz rückläufiger Umsätze solide Ergebnisse erwirtschaftet", sagte Saffe gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagsausgabe). Dabei schließt Saffe auch einen Stellenabbau nicht aus: Der Personalaufwand müsse reduziert werden, wird er zitiert. Anfang der Woche wurde bekannt, dass bei der Fernsehtochter Spiegel TV 40 Stellen wegfallen sollen (kress.de vom 27. November 2012). Insgesamt beschäftigt die Spiegel-Gruppe rund 1250 Mitarbeiter.

Selbst Vertriebsumsätze seit Jahren wieder rückläufig?

Laut Saffe wird der Umsatz der Spiegel-Gruppe 2012 um sechs Prozent auf 307 Mio Euro zurückgehen und erreiche dabei das Niveau von 2003. Die für das Printgeschäft entscheidenden Marktbereiche Anzeigen und Vertrieb seien rückläufig. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" soll netto rund zehn Prozent Einbußen bei den Anzeigenerlösen haben. Selbst die Vertriebsumsätze könnten erstmals seit vielen Jahren rückläufig sein", so Saffe.  Auch 2013 sollen die Erlöse in Werbung und Vertrieb weiter im Sinkflug sein.

"Außerordentliche gute Arbeitsbedingungen"

Die Qualität soll unter dem Sparkurs nicht leiden. Man könne aber an vielen Stellen sparen, ohne dass es an die Substanz der Publikationen geht. Die Mitarbeiter der Spiegel-Gruppe würden außerordentlich gute Arbeitsbedingungen genießen, mit Services, hohen Sozialleistungen und einer überdurchschnittlichen Vergütung", sagte Saffe gegenüber der "Süddeutschen". Nur mit einem ordentlichen Ergebnis könne der Verlag sicherstellen, dass er wirtschaftlich unabhängig bleibe. "Das wiederum ist zwingend notwendig, um unser oberstes Ziel zu erreichen: die Wahrung publizistischer Unabhängigkeit und herausragender journalistischer Qualität", so Saffe.

"Spiegel" und "Spiegel Online" arbeiten künftig "deutlich enger" zusammen

Der Manager vertraute der "SZ" zudem an, dass "Der Spiegel" und "Spiegel Online" ab sofort "deutlich enger zusammenarbeiten" würden. Über erste Schritte in diese Richtung hätten die Chefredakteure Georg Mascolo und Mathias Müller von Blumencron ihre Redaktionen zu Beginn dieser Woche gemeinsam informiert", sagte Saffe.

Gesellschafter der Spiegel-Gruppe sind die Mitarbeiter KG (50,5%), Gruner + Jahr (25,5%), und die Erbengemeinschaft Augstein (24,5%).

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