"Schwer zu verkraften": Berliner Verlag baut 40 der 368 Stellen ab

29.11.2012
 

Die Geschäftsführung des Berliner Verlags hat am Donnerstag mitgeteilt, dass bis Ende 2013 insgesamt 40 der 368 Stellen abgebaut werden - 27 Stellen in der Verwaltung und 13 in der Redaktion des "Berliner Kurier". Damit habe man die Konsequenzen aus der angespannten wirtschaftlichen Lage und der vorläufigen Insolvenz der "FR" gezogen.

Die Geschäftsführung des Berliner Verlags hat am Donnerstag mitgeteilt, dass bis Ende 2013 insgesamt 40 der 368 Stellen abgebaut werden - 27 Stellen in der Verwaltung und 13 in der Redaktion des "Berliner Kurier". Damit habe man die Konsequenzen aus der angespannten wirtschaftlichen Lage und der vorläufigen Insolvenz der "Frankfurter Rundschau" (kress.de vom 13. November 2012) gezogen.

Entscheidend sei auch, wie es mit "FR" weitergeht. Sollte die Lieferung des Mantelteils für die Frankfurter Rundschau eingestellt werden, so würde das einen weiteren Stellenabbau nach sich ziehen: In der Redaktion der "Berliner Zeitung" entfielen 12, bei der Autorengemeinschaft 14 und bei der Mantelproduktion 20 Stellen.

Zuvor hatte die Geschäftsführung den Mitarbeitern ein "freiwlliges Abfindungsmodell" unterbreitet und "erhebliche Restrukturierungsmaßnahmen" angekündigt (kress.de vom 20. November 2011).

5 Mio Euro Verlust im Anzeigengeschäft

Die strukturellen Veränderungen in der Branche und der Einbruch des Anzeigengeschäfts hätten dazu geführt, dass der Berliner Verlag bereits 2011 gegenüber dem Vorjahr rund 4,5 Mio Euro Umsatz bei Anzeigen und Beilagen verloren hat. In diesem Jahr rechnet die Geschäftsführung mit einem weiteren Verlust von 5 Mio Euro im Anzeigengeschäft.

Mit dem geplanten Stellenabbau werde es gelingen, die Strukturen im Verlag effizienter zu gestalten und diesen für die Zukunft neu auszurichten, so die Geschäftsführung. Man bedaure die Maßnahmen, halte sie aber für unvermeidlich. Geschäftsführer Michael Braun: "Die nun beschlossenen Schritte sind schwer zu verkraften und vor allem für alle betroffenen Mitarbeiter von einschneidender Tragweite. Dennoch sind sie notwendig. Wir müssen in einem Schritt den Berliner Verlag aus dem Verlustbereich herausholen. Denn ohne ein wirtschaftlich solides Fundament können Tageszeitungen nicht mehr auf die Umbrüche am Markt reagieren und die so wichtigen Investitionen in die Zukunftsfähigkeit tätigen."

"Intelligente Bezahlmodelle für hochwertige digitale Inhalte" entwickeln

Die "Berliner Zeitung" ist die größte Abonnementzeitung in Berlin; der "Berliner Kurier" ist besonders im Osten der Stadt gefragt. Geschäftsführer Stefan Hilscher erklärt: Es sei "wichtig, dass der Verlag jetzt neue Geschäftsfelder erschließt, um auf die Veränderungen im Markt zu reagieren". Im September 2012 hat die "Berliner Zeitung" bereits ihre App gestartet. Für den "Berliner Kurier" ist eine werbegestützte App geplant. Des Weiteren sei der Berliner Verlag dabei, "intelligente Bezahlmodelle für hochwertige digitale Inhalte" zu entwickeln. Weitere Maßnahmen will der Berliner Verlag zusammen mit seinen Mitarbeitern aufsetzen. Im nächsten Jahr soll es ein dazu ein verlagsinternes Zukunftsprogramm geben.

Ihre Kommentare
Kopf
Weitere Beiträge zu diesem Thema
Inhalt konnte nicht geladen werden.