Brief von Burda/Heinen an die Abgeordneten: "Google ist noch zu viel mehr im Stande"

29.11.2012
 

BDZV-Präsident Helmut Heinen und VDZ-Präsident Hubert Burda haben sich mit einem Brief "besorgt" an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags gewandt. Anlass ist die Kampagne von Google gegen die Einführung eines Leistungsschutzrechts für Presseverlage.  Jeder sollte wissen, so Heinen/Burda,

BDZV-Präsident Helmut Heinen und VDZ-Präsident Hubert Burda haben sich mit einem Brief "besorgt" an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags gewandt. Anlass ist die Kampagne von Google gegen die Einführung eines Leistungsschutzrechts für Presseverlage (kress.de vom 27. November 2012).

Mit "irreführenden Aussagen und unbegründeten Behauptungen" fordere Google die deutschen Wähler auf, sich bei ihren Bundestagsabgeordneten gegen ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage auszusprechen - "noch vor der entsprechenden Parlamentsdebatte", heißt es in dem Schreiben von Heinen und Burda. Der Internetriese nutze seine marktbeherrschende Stellung einseitig im Eigeninteresse und scheue sich nicht, seine Nutzer dafür zu instrumentalisieren. Diese Entwicklung sollte nicht nur Zeitungen und Zeitschriften, sondern auch alle in der Politik Verantwortlichen aufhorchen lassen. Jeder sollte wissen, so Heinen/Burda, dass Google noch zu viel mehr im Stande sei - ohne sich wie die deutsche Presse der Wahrheit verpflichtet zu fühlen.

Google würde perfide mit Angst und Panik arbeiten. Der Standort Deutschland gehe wohl kaum daran zugrunde, dass gewerbliche Aggregatoren wie Google zukünftig für das öffentliche Zugänglichmachen von journalistischen und publizistischen Leistungen oder Teilen davon eine Vereinbarung mit den betroffenen Verlagen bräuchten. Nach Ansicht von Heinen und Burda haben sich die Journalisten und Redakteure der deutschen Zeitungen und Zeitschriften sich in der zurückliegenden Debatte "kritisch und ausgewogen zum Thema Leistungsschutzrecht geäußert". Dabei seien selbstverständlich die Gegner des Leistungsschutzrechts offen und prominent zu Wort gekommen - dem Pressekodex verpflichtet.

Heinen und Burda versichern: "Von den Verlagen jedenfalls geht keine Gefahr aus - schon gar nicht durch ein Leistungsschutzrecht. Wir bitten Sie im Namen unserer Kolleginnen und Kollegen in den Verlagen, die anstehende Aussprache im Bundestag hart aber fair zu führen!"

In einer ersten Reaktion hatten die Verleger am Dienstag von übler Propaganda durch Google gesprochen (kress.de vom 27. November 2012). Im Bundestag soll an diesem Donnerstag über das Leistungsschutzrecht debattiert werden.

Ihre Kommentare
Kopf

Oliver

29.11.2012
!

Hört hört
"...wie die deutsche Presse der Wahrheit verpflichtet zu fühlen."
Das ich nicht lache!


Theodor Fruendt

Theodor Fruendt

teamwork text und foto GbR / Büro Paris
Fotograph & Text

29.11.2012
!

Hoffentlich hören die Abgeordneten im Reichstag auf die beiden besorgten Herren. Google wird's letztlich egal sein ob dessen Crawler die Absonderungen aus teutschen Verlagen listet oder nicht. Reine Deutsch-Tümelei, Eitelkeit und Zeitverschwendung einer Industrie die sich selbstverliebt ihre angebliche Bedrohung selbst suggeriert. Zeitungen sterben, Zeitungen überleben. Das nennt man Markt.


Harald Müller

Harald Müller

Oplayo GmbH
CEO

30.11.2012
!

Jeder Bundestagsabgeordnete der FÜR diesen kompletten Unsinn abstimmt bekommt 2013 definitiv NICHT meine Stimme. Denn diese Damen und Herren haben weder Markt noch Technik verstanden!


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