G+J verkauft "FTD"-Adressen an die Konkurrenz: "Handelsblatt" um 41.629 Abo-Daten reicher

 

Zum Ende hin kommt alles unter den Hammer: Während die Redaktion der "FTD" Andenken der vergangenen Jahre auf ebay versteigert, hat auch der Konzern einen Deal in der Tasche. 

Zum Ende hin kommt alles unter den Hammer: Während die Redaktion der "FTD" Andenken der vergangenen Jahre auf ebay versteigert, hat auch der Konzern einen Deal in der Tasche. Laut DWN hat G+J die Abo-Kartei der Wirtschaftszeitung an das "Handelsblatt" verkauft. Damit wären die Düsseldorfer um 41.629 Adressen reicher. Diese Zahl an Abonnenten (inkl. 1.152 E-Paper-Abos) hatte die "FTD" im dritten Quartal 2012 der IVW gemeldet. Das Handelsblatt kam im selben Zeitraum auf 80.222 Abos, davon 1.050 E-Paper. 

Die Düsseldorfer sollen nun die Adressen abgleichen und denjenigen, die noch keine Doppelabos bezogen, das "Handelsblatt" schmackhaft machen. Wie tief sie für die Daten in die Tasche greifen mussten, ist nicht bekannt. DWN schreibt, dass der Preis im einstelligen Millionenbereich liegen solle, allerdings ist darin auch der Verkauf von "ftd.de" inbegriffen. Die Domain geht jedoch nicht an das "Handelsblatt", wie ein G+J-Sprecher gegenüber DWN bestätigte.

Derweil hat die "FTD"-Redaktion auf ebay eine große Auktion gestartet. "Wir könnten im Untergang wild um uns schlagen. Wir können aber auch dem Journalismus helfen, am Leben zu bleiben. Buchstäblich", heißt es dazu auf der Homepage. Interessierte können Andenken aus den vergangenen zwölf Jahren erwerben, darunter ein mit "FTD"-Ausgaben beklebtes Sofa, die Erstausgabe im Geschenkkarton oder die auf einer Speisekarten skizzierten Geschäftsszenarien für die Wirtschaftszeitung. Der Erlös geht an die Organisation "Reporter ohne Grenzen".

Die "FTD" erscheint am 7. Dezember zum letzten Mal. Von der Schließung der G+J Wirtschaftsmedien sind laut Verlag 314 Mitarbeiter in Hamburg, Frankfurt und den Außenbüros betroffen. In angrenzenden Verlagsbereichen (Media Sales, DPV, Corporate Services) müssen sich 50 weitere Mitarbeiter erhebliche Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen (kress.de vom 23. November 2012). Der Vorstand hatte vor ein paar Tagen entschieden, sich von der seit Jahren defizitären "FTD" zu trennen. Julia Jäkel sagte in einem Interview, dass die Zeitung dem Konzern bisher 250 Mio Euro gekostet habe (kress.de vom 24. November 2012).

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