Kai Gniffke schaltet sich im App-Streit ein: "Tagesschau"-Chef stichelt gegen Verleger

 

Des einen Freud, des anderen Leid: Bis Zum 60. Geburtstag der "Tagesschau" Ende Dezember dürfte die App die 5 Mio Marke überschritten haben. Dennoch sorgt die Anwendung weiterhin für Zündstoff zwischen den Verlegern und der ARD. "Gäbe es die 'Tagesschau' nicht, würde das Geld bei den Verlagen trotzdem nicht sprudeln", wehrt sich "Tagesschau"-Chefredakteur Kai Gniffke im Interview mit dem "medium magazin"

Des einen Freud, des anderen Leid: Bis zum 60. Geburtstag der "Tagesschau" Ende Dezember dürfte die App die 5 Mio Marke überschritten haben. Dennoch sorgt die Anwendung weiterhin für Zündstoff zwischen den Verlegern und der ARD. "Gäbe es die 'Tagesschau' nicht, würde das Geld bei den Verlagen trotzdem nicht sprudeln", wehrt sich "Tagesschau"-Chefredakteur Kai Gniffke im Interview mit dem "medium magazin". Seine Redaktion sei jedenfalls "nicht Schuld daran, dass es bislang erst wenige funktionierende Erlösmodelle für Qualitätsjournalismus gibt."

Seit drei Jahren ist die kostenlose App auf dem Markt und wurde bis Mitte November 4,8 Mio Mal auf mobilen Geräten installiert. Seit vergangenem Jahr streiten die ARD und acht Zeitungshäuser, darunter die "FAZ" und Axel Springer, um die "textdominante Berichterstattung in der 'Tagesschau'-App ohne Sendungsbezug". Die Richter hatten entschieden, dass die Version der App vom 15. Juni 2011 nicht mit dem Rundfunkstaatsvertrag vereinbar und zu presseähnlich sei. Ein generelles Verbot des Angebots für Endgeräte lehnten sie aber ab, so dass die Fronten zwischen Verlegern und der ARD nach wie vor nicht geklärt sind. Die Senderanstalt legte Ende Oktober Berufung ein (kress.de vom 26. Oktober 2012).

Keine Spur von Expansion

"Wir haben vor nicht allzu langer Zeit drei Viertel unserer Inhalte aus dem Netz nehmen müssen", so Gniffke weiter, der damit auf Entscheidungen der Politik abzielt, die ARD und ZDF im Netz auf Bitten der Verlage beschnitten haben. "Wer kann da von Expansion reden?" Die "Tagesschau" werde ihre Stärken nur weiter behalten, wenn die Menschen die Nachrichten überall konsumieren können, wo sie sie erwarten: im TV, online, als Apps, auf internetfähigen Fernsehgeräten oder auf öffentlichen Plätzen. Die ARD beliefert mit ihren Nachrichten inzwischen unter anderem 2.200 Infosäulen der Firma Stöer, die in  Einkaufszentren und Bahnhöfen aufgebaut sind.

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