Inzwischen ist von bis zu 400 Stellen die Rede: ZDF spart mehr Personal und streicht Formate

05.12.2012
 

Das ZDF wird in den nächsten Jahren auf noch deutlich mehr Personal verzichten müssen, als bisher bekannt war. Während für das Sparkonzept des Mainzer Senders zuletzt stets von etwa 300 Stellen die Rede war, bestätigte ZDF-Sprecher Peter Gruhne nun auf kress-Anfrage: "Das ZDF muss bis zu 400 Stellen abbauen, um die KEF-Vorgaben zu erfüllen."

Das ZDF wird in den nächsten Jahren auf noch deutlich mehr Personal verzichten müssen, als bisher bekannt war. Während für das Sparkonzept des Mainzer Senders zuletzt stets von etwa 300 Stellen die Rede war, bestätigte ZDF-Sprecher Peter Gruhne nun auf kress-Anfrage: "Das ZDF muss bis zu 400 Stellen abbauen, um die KEF-Vorgaben zu erfüllen." Auch immer mehr Formate fallen den Einsparungen auf dem Lerchenberg zum Opfer. Gruhne bestätigte, dass es als nächstes den wöchentlichen Nachrichtenrückblick, das "ZDFwochen-journal", treffen wird.

Das "Wochen-Journal", das stets am frühen Samstagnachmittag läuft und mit der Rubrik "Die Woche im Web" auch das Geschehen im Internet gezielt ins klassische lineare Fernsehen holte, sendet demnach bereits in seinem letzten Monat. Von Januar 2013 an werde es nicht mehr ausgestrahlt, sagte Gruhne. Zuletzt hatte das ZDF bereits Ende September das Magazin "Der Marker" auf ZDFkultur eingestellt, das Kritiker unter anderem als "popkulturelles Vorzeigeprodukt" lobten. Bereits Ende Juni liefen zudem der wöchentliche "Blickpunkt" und das "Nachtstudio" aus.

Den nun verschärften Sparkurs beim Personal, der auf für den Sender bindende Forderungen der unabhängigen Gebührenkommission KEF zurückgeht, sei bis Ende 2016 angesetzt, hieß es aus Mainz weiter. Bei den jetzt bis zu 400 statt 300 Stellen gehe es um "sogenannte Vollzeitäquivalente", was wiederum heißt: Es geht in der Summe um bis zu 400 Stellen auf Papier. Teilzeitkräften mit eingerechnet, könnte es weit mehr Mitarbeiter als Stellen treffen. Sendersprecher Gruhne erklärte dazu, der Abbau sei "bis Ende 2016 ohne betriebsbedingte Kündigungen möglich".

Das Sparprogramm läuft wiederum bereits seit 2011. Um seine Ziele zu erreichen, schafft der Sender Synergien. So wird am Standort Berlin derzeit eine übergreifende Kulturredaktion aufgebaut, der langjährige Eigenständigkeiten von Formaten wie "Aspekte" zum Opfer fallen. Nach kress-Informationen wurden zudem unter anderem befristete Verträge bei "heute" und "heute.de" nicht verlängert, aber auch fest-freie Mitarbeiter im Hauptstadtbüro nicht weiter regelmäßig beschäftigt.

"Der Stellenstopp erstreckt sich über das ganze Unternehmen", sagte Gruhne. Funktionen, die unverzichtbar seien, können des herrschenden Einstellungsstopps zum Trotz durchaus nachbesetzt werden. Dafür bedürfe es aber stets einer Ausnahmegenehmigung, die nur Intendant Thomas Bellut selbst erteilen könne.

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