"Bild.de", "TZ" und "taz.de" auf der Liste: Presserat spricht 4 Rügen und 8 Missbilligungen aus

06.12.2012
 

Die beiden Beschwerdeausschüsse des Deutschen Presserats haben am 4. und 5. Dezember in Berlin getagt. Die Ergebnisse: 3 öffentliche Rügen, 1 nicht-öffentliche Rüge, 8 Missbilligungen und 17 Hinweise. Eine nicht-öffentliche Rüge erhielt "Bild.de" wegen der Berichterstattung über einen Jagdunfall.

Die beiden Beschwerdeausschüsse des Deutschen Presserats haben am 4. und 5. Dezember in Berlin getagt. Die Ergebnisse: 3 öffentliche Rügen, 1 nicht-öffentliche Rüge, 8 Missbilligungen und 17 Hinweise. 5 Fälle waren zwar begründet, auf eine Maßnahme wurde jedoch verzichtet, weil die Redaktion auf den ethischen Fehler angemessen reagiert hatte. 26 Fälle wurden als unbegründet bewertet.

"Bild.de" zeigt Opfer eine Jagdunfalls

Eine nicht-öffentliche Rüge erhielt "Bild.de" wegen der Berichterstattung über einen Jagdunfall. Ein Jäger hatte versehentlich einen Mann erschossen, weil er ihn für ein Wildschwein gehalten hatte. Der Beitrag enthielt ein Foto des Opfers. Der Ausschuss sah darin einen schweren Verstoß gegen Ziffer 8, Richtlinie 8.1, Absatz 2 des Pressekodex. Danach ist die Identität der Opfer von Unglücksfällen besonders zu schützen. Das Foto des Mannes hätte nicht gezeigt werden dürfen.

Eine weitere Opferdarstellung kritisierte der Ausschuss in der "TZ". Die Zeitung erhielt eine öffentliche Rüge für einen Artikel über ein Familiendrama in München. Ein Mann hatte seine Ex-Freundin erstochen. Die Zeitung nannte Vorname, Adresse, Beruf und Herkunft des Opfers und zeigt sein Foto. Darin erkannte der Ausschuss einen schweren Verstoß gegen seine Persönlichkeitsrechte. Darüber hinaus wurde auch das Persönlichkeitsrecht des Täters durch dessen identifizierende Darstellung verletzt.

Kolumne verletzt Menschenwürde von Thilo Sarrazin

25 Beschwerden lagen dem Presserat gegen die Kolumne "Der Ausländerschutzbeauftragte" vor, erschienen auf "taz.de". Diese enthielt eine Äußerung über die Person "Thilo S.": "[…] dem man nur wünschen kann, der nächste Schlaganfall möge sein Werk gründlicher verrichten." Der Ausschuss hält es für unvereinbar mit der Menschenwürde, jemandem eine schwere Krankheit oder Schlimmeres zu wünschen. Dies geht über eine kritische Meinungsäußerung weit hinaus. Der Ausschuss sprach wegen einer Verletzung der Ziffer 1 eine Missbilligung aus.

Fatale Falschmeldung über Sportler

Eine öffentliche Rüge erhielt die "Wetzlarer Neue Zeitung": Sie hatte nach dem Autounfall eines ehemaligen Handball-Nationalspielers fälschlicherweise berichtet, dieser sei zu Tode gekommen. Am Tag danach berichtigte sie: Der Mann habe den Unfall überlebt, aber schwere Hirnverletzungen erlitten. Letzeres stimmte auch nicht. Der Presserat sah in diesem Fall einen schweren Verstoß gegen die Ziffer 2 des Pressekodex.

Zeitung hebt einzelnes Outdoor-Produkt hervor

Wegen Schleichwerbung gerügt wurde die Online-Ausgabe der Tageszeitung "Münchner Merkur". Die Redaktion hatte in der Rubrik "Outdoorteil der Woche" eine Stirnlampe vorgestellt. Zusätzlich zu der positiven Beschreibung der Lampe erfolgten dabei Hinweise auf den Preis sowie die Website des Herstellers. Die Grenze zur Schleichwerbung nach Richtlinie 7.2 wurde mit dem Beitrag überschritten, da ohne erkennbare redaktionelle Begründung eine einzelne Lampe aus einer Palette ähnlicher Produkte hervorgehoben wurde.

Ihre Kommentare
Kopf

Martin M.

06.12.2012
!

Vielleicht hätte die ganze Mainstream-Journaille eine Rüge verdient - und zwar beim Umgang mit Themen, in denen mutmaßlich Migranten verstrickt sind -->
vgl. dazu v.a. den ersten Teil von
http://ef-magazin.de/2012/12/05/3889-offener-brief-lieber-kollege-im-mainstream
Hab Mut zur Wahrheit!


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