Vertrag mit dapd wurde gekündigt: WAZ Mediengruppe wechselt zu dpa

07.12.2012
 

Was kress.de bereits Anfang November berichtet hatte, ist jetzt offiziell: Die WAZ Mediengruppe wechselt ihre Nachrichtenagentur: Zukünftig wird die dpa mit ihren Diensten der Kern des Nachrichtenagentur-Portfolios in den Medien der WAZ-Gruppe in Nordrhein-Westfalen und Thüringen sein.

Was kress.de bereits Anfang November berichtet hatte, ist jetzt offiziell: Die WAZ Mediengruppe wechselt ihre Nachrichtenagentur: Zukünftig wird die dpa mit ihren Diensten der Kern des Nachrichtenagentur-Portfolios in den Medien der WAZ-Gruppe in Nordrhein-Westfalen und Thüringen sein.

Den Vertrag mit der Nachrichtenagentur dapd hat die WAZ-Gruppe gekündigt. Bis zum 1. April 2013 werden die Titel der WAZ-Gruppe in NRW und Thüringen die Dienste der dpa in einer Übergangsphase zunächst testweise beziehen. Abonnieren werden die Redaktionen zukünftig den dpa-Basisdienst, -Bildfunk, -Grafik, -Themendienst, die Landesdienste der jeweiligen Region sowie diverse Onlinedienste.

Mit dpa-Text und -Bildmaterial werden künftig beliefert: die NRW-Tageszeitungen "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ), "Neue Ruhr / Neue Rhein Zeitung" (NRZ), "Westfälische Rundschau" (WR), "Westfalenpost" (WP) und den Kooperationspartner "Iserlohner Kreisanzeiger" (IKZ) sowie die drei Tageszeitungen der Zeitungsgruppe Thüringen - "Thüringer Allgemeine" (TA), "Ostthüringer Zeitung" (OTZ) und "Thüringische Landeszeitung" (TLZ). Darüber hinaus sind die Online-Nachrichtenportale der einzelnen Titel an die dpa-Dienste angebunden. Ebenfalls von dpa gefüttert werden zukünftig die Print- und Onlineausgabe von "Reviersport" sowie die Online-Auftritte der privaten Radiosender im Ruhrgebiet, die von der zur WAZ Mediengruppe gehörenden Westfunk GmbH & Co. KG vermarktet werden. Bislang waren von den zur WAZ-Gruppe gehörenden Medien nur die Titel des Braunschweiger Zeitungsverlags dpa-Kunden und bleiben es auch in Zukunft.

"Mit dpa können unsere Zeitungstitel und Online-Portale in Nordrhein-Westfalen und Thüringen in Zukunft auf die Leistungen einer traditionsreichen und nachrichtenstarken Vollagentur bauen, die Marktführer ist und ihre Position durch den Vertrag mit der Associated Press noch gestärkt hat", sagt Mark-Oliver Multhaup, Geschäftsführer von WAZ NewMedia, der die Verhandlungen betreut hat. Michael Segbers, Vorsitzender der dpa-Geschäftsführung erklärt: "Als Gesellschafter ist die WAZ Mediengruppe der dpa seit Jahrzehnten verbunden. Dass ihre Titel und Nachrichtenportale in Nordrhein-Westfalen und Thüringen wieder dpa-Kunden sind, freut uns sehr."

Schlechte Nachrichten für dapd: WAZ ist prestigeträchtiger Kunde

Für die insolvente Nachrichtenagentur dapd und ihre Mitarbeiter sind das schlechte Nachrichten. Nach kress-Infos hat die WAZ-Gruppe die Agentur schon im November über ihre Absicht informiert, "sich von den bestehenden Verträgen mit der dapd lösen zu wollen". Damals hieß es von dapd-Seite: Man sei in konstruktiven Gesprächen mit der WAZ und gehe davon aus, dass alle bestehenden Verträge über die vereinbarte Laufzeit hinaus erfüllt erfüllt würden und man die Zusammenarbeit wie vereinbart bis Ende 2013 fortsetzen würde.

Die WAZ-Gruppe trägt nach kress-Infos nur einen geringen Anteil zu den dapd-Umsätzen bei (die Rede ist von 4%), ist aber einer der prestigeträchtigsten Kunden der Agentur: Die Essener hatten der dpa im Jahr 2009 den Laufpass gegeben, deren forschem Rivalen die Hand gereicht und einen Rahmenvertrag mit ihm geschlossen. Der Verzicht auf die Dienste des Marktführers war Teil eines größeren Sparvorhabens: So trennte sich die Gruppe damals von zahlreichen Zeitungsredakteuren in NRW und richtete einen zentralen Content-Desk für ihre dortigen Blätter ein. Bei dapd schmückte man sich seitdem gerne mit dem prominenten dpa-abtrünnigen Kunden. Durch die Insolvenz der dapd ist für die WAZ-Gruppe nun aber offenbar eine neue Lage entstanden.

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